26 May

ZAW-Markt-Analyse: alle Werbeträger verlieren, außer online

“Das ist eine Werberezession der neuen Dimension.” So kommentiert der Präsident des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft ZAW, Michael Kern, die jetzt in Berlin vorgestellte Markt-Analyse 2009/2010 seiner Branche. Die Investitionen in Werbung (Honorare/Gehälter, Kosten Werbemittelproduktion, Verbreitungskosten) schrumpften um 6 Prozent auf 28,84 Mrd €. Das entsprach einem Verlust von 1,83 Mrd € und einem Rückfall auf das monetäre Niveau des Jahres 2003.

Besonders dramatisch wirkte sich die scharfe Rezession auf die Netto-Einnahmen der Werbeträger aus. Ihr Anteil an den gesamten Werbeinvestitionen stürzte auf 18,37 Mrd € ab. Das war ein Minus von 9,8 Prozent oder 2 Mrd € – ökonomische Werte, wie sie in der deutschen Werbegeschichte bisher nicht bilanziert werden mussten.

Die Herausforderungen für den vielfältigen Wirtschaftszweig sind beträchtlich. Neben dem Aufbau erneuter Werbekonjunktur müssen strukturelle Veränderungen durch die Weiterentwicklung der technischen Kommunikationsmittel und ihrer Rückwirkung auf die traditionellen Medien ebenso bewältigt werden wie politische Eingriffe in die Markt-Kommunikation insbesondere der EU. Zunehmend bemerkbar macht sich gleichfalls der demografische Wandel mit wachsender Anzahl älterer Konsumenten und schrumpfender Einwohnerzahl durch Präferenzverschiebungen in der Lebensführung und Mediennutzung.

Der große Verlierer: die Tageszeitungen. Der große Gewinner: Online-Werbung.

Die Netto-Werbeerlöse der 351 in Deutschland erscheinenden Tageszeitungen – inklusive 10 überregionaler Blätter und 8 Straßenverkaufszeitungen – schrumpften um 679 Mio € auf 3 694 Mio €. Dabei zeigte sich, dass die Rückgänge kaum struktureller Art waren, sondern der Finanzkrise und der daraus resultierenden Wirtschaftsrezession anzulasten sind: Markenartikler verminderten um mehr als ein Fünftel oder stärker ihre Anzeigenschaltungen in allen drei Gruppen. Noch drastischer war der Schwund der Stellenofferten.

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02 Feb

Super Bowl: Pepsi zieht Facebook-Kampagne TV-Werbung vor

Ich habe schon immer gesagt: Facebook ist das TV der Zukunft. Der jüngste Beweis: Pepsi zieht eine 20 Millionen schwere Facebook Online-Kampagne zum Super Bowl der bisher genutzten TV-Werbung vor. Statt 30 Sekunden gibt es nun 30 Tage Zeit für Pepsi mit seiner Kampagne Endnutzer zu erreichen und eine nachhaltige Beziehung aufzubauen. Conversational Marketing nennt man das.

Der Schritt belegt nicht nur daß Facebook immer mehr zum Massenmedium wird, er zeigt auch, daß Facebook das Zeug zur Profitabilität hat. Den Trend zu Facebook als Online-Media-Plattform für Markenartikler hatte ich ja schon beschrieben: 83 der 100 größten US-Werbekunden werben auf Facebook.

29 Jan

Onlinewerbung: Zuwachs um 10 Prozent in 2009

Die Ausgaben für Online-Werbung sind in Deutschland im Jahr 2009 ordentlich gestiegen, während der klassische Werbemarkt (Offline) einen deutlich Einbruch hinnehmen muß. Nach Untersuchungen der Marktforscher von Nielsen zufolge wuchsen die (Brutto-)Ausgaben im gerade abgelaufenen Jahr 2009 um rund 10 Prozent auf über 1,6 Mrd Euro – interessanterweise ist dies insbesondere der Onlinewerbeschaltungen von Internet-Unternehmen zu verdanken.

Die hierzulande werbestärkste Branche im Online-Werbemarkt im Jahr 2009 war laut den Nielsen-Medienforschern der Sektor “Online-Dienstleistungen” mit einem Bruttowerbevolumen von 234 Millionen Euro, vor der “Unternehmenswerbung” mit 136 Millionen Euro und dem E-Commerce-Bereich mit 132 Millionen Euro.

Entgegen der Entwicklung im Internet waren die Werbeaufwendungen in den klassischen Medien bei einem Volumen von 20,84 Milliarden Euro rückläufig.

27 Jan

AdAudience: Allianz gegen Google geht an den Start

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz gaben die Vermarktungshäuser G+J Electronic Media Sales (EMS), IP Deutschland, SevenOne Media und TOMORROW FOCUS die Gründung der AdAudience GmbH bekannt. Am 22. Januar 2010 war das Joint Venture der vier Vermarkter von der EU-Kommission genehmigt worden:

Angesichts der geringen Marktanteile der Unternehmen in der Online-Werbung und der Präsenz starker Wettbewerber wie Google gebe es keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken. Unwahrscheinlich sei auch, dass “das Joint Venture für die Zwecke einer wettbewerbswidrigen Abstimmung zwischen den Muttergesellschaften instrumentalisiert werden” könne.

Die vier Unternehmen sind jeweils zu gleichen Teilen an der GmbH mit Sitz in Düsseldorf beteiligt. Frank Herold, bisher Direktor Sales im Bereich Interactive der IP Deutschland, wird Geschäftsführer von AdAudience. In den kommenden Monaten wird er ein schlagkräftiges Vermarktungsteam aufbauen.

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