24 Apr

SEO und Marken als Leuchtfeuer im Online-Marketing

Gerade in Zeiten des “information overload” werden Marken immer wichtiger. Brands sind das Leuchtfeuer in Zeiten steigender Unsicherheit. Das Magazin “Suchradar” erklärt, worauf es in Bezug von Suchmaschinenoptimierung (SEO) aktuell ankommt. Marken und SEO sind dabei besonders in Hinsicht auf die SERPs interessant. Denn eine Marke kann in Suchmaschinen helfen ganz nach vorne zu kommen – wenn sie entsprechend online gemanaget wird.

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07 Nov

Künftige Entwicklungen im Suchmaschinenmarketing: Social, Local und Mobile mit stärkstem Bedeutungszuwachs

Social, Local und Mobile zählen zu den vielversprechenden Geschäftsbereichen im Suchmaschinenmarketing (SEM). Neben diesen Suchumfeldern soll die klassische Suche nach Produkten, Bildern und Videos auch weiterhin eine hohe Bedeutung besitzen. Dies bestätigt der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. durch die aktuellen Expertenbefragung „Trend in Prozent“ für die Unit Search im BVDW. Demnach befürwortet die Mehrheit der Umfrageteilnehmer, dass Unternehmen durch Spezial-Agenturen bei Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Suchwortvermarktung (SEA) betreut werden sollen.

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05 Jan

Potenziale für Verbesserungen

Ich halte es für eine der weit verbreiteten Mythen, daß die Technologien, die wir aktuell nutzen, State-of-the-art-Technologien und damit optimal oder die besten sind. Es bestehen unglaubliche Potenziale für Verbesserungen. Durch die Dominanz der bestehenden Anwendungen wird uns darauf aber fast vollkommen die Sicht versperrt.

Wichtig ist dabei meines Erachtens vorwegzuschicken, daß Computerprogramme als Meme ein bestimmtes Verhalten vorschreiben und keine Alternativen zulassen – bestes Beispiel: Google. Michael Michaelis beschreibt das so:

“In kurzer Zeit steht ein Unternehmen im Zentrum des Interesses, welches letztlich auf einem einzigen Algorithmus[1] basiert: auf einer einzigen Idee, einer einzigen in Programmform gegossenen Formel, die alle Dokumente der Welt bewertet und zugänglich macht.”

Computerprogramme und Webanwendungen geben zwar Freiheit in der Nutzung, schränken diese aber immanent durch ihr spezifisches Design ein. Sie sind tendenziell eindimensional (bestes Beispiel: der Facebook “Like”-Button) und schaffen Gewohnheiten, die es den Menschen erschweren, sich zu verändern. Wer einmal von Windows auf Mac (oder umgekehrt) gewechsel hat, weiß, wovon ich spreche.

Man nennt das Lock-in-Effekte, die wiederum auf Netzwerkexternalitäten beruhen. Netzwerkeffekte nutzt mit seinem “Like”-Button, um schnellstmöglich sich überall zu vernetzen und einen de-facto-Standard für soziale Netzwerke zu etablieren. Links spielen dabei eine große Rolle. Je mehr Links auf eine Adresse zeigen, um so wichtiger wird sie. Das ist das Funktionsprinzip von Google.

Verlinkte Inhalte gewinnen dabei an Bedeutung – unabhängig davon, ob sie wirklich wichtig oder sinnvoll sind. Ihr Kontext ist die Relevanz – die nur über Links definiert wird. Jeder SEOler weiß, wie einfach dieses Kriterium und andere Relevanzkriterien (wie z.B. der Quality Score) zu manipulieren sind. Betrachtet man alternative Hypertext-Konzepte wie z.B. Ted Nelsons Transliterature-Konzept wird deutlich wie ungenügend der Ansatz des vielzitierten “Vaters des Webs” Tim Berners-Lee in Wirklichkeit ist. Solange Dokumente und Links keine Historie und die Herkunft der Quellen aufzeigen, wird Content-Diebstahl bzw. “Sharing” oder Content-Leihe schon aus ökonomischen Gründen die Regel sein.

Man stelle sich vor, wenn sich Ted Nelsons humanistisches Design und ein Millicent-Protokoll durchgesetzt hätten. Eine Vielfalt an Inhalten – gerade im so gerne sharenden Web 2.0 – wäre die Folge gewesen, alle Autoren würden angemessen vergütet und die ganze Diskussion über Qualitätsjournalismus im Web hätte sich erübrigt. Man könnte aufgrund der heutigen Sharing-Funktionen wahrscheinlich davon ausgehen, daß eine Phase des Wohlstands unter Autoren ausgebrochen wäre, die bisher nie dagewesen ist.

Leider lief die Entwicklung aber anders. Und aufgrund der Netzwerkeffekte entstehen Pfadabhängigkeiten, die es unmöglich machen das Rad der Geschichte zurückzudrehen. So schafften die Nerds einen neuen Historischen Materialismus den heute leider weder Ochs noch Esel, bzw. Maus oder User aufhalten können.

So zentrale Instanzen wie die Algos der Suchmaschinen bleiben so undiskutiert und ihre Suchalgorithmen geheime Verschlußsache. Statt sie offen zu legen, darüber zu diskutieren und dem besseren zum Erfolg zu verhelfen leiden viele User unbewußt an deren Folgen. Unbewußt oder nichtwissend deswegen, weil sie keine Alternativen kennen. Diese “haben sich ja nicht durchgesetzt”, was damit gleichgesetzt wird, daß diese falsch sein müssen.

Weit gefehlt: wer die Entstehung von Standards in Netzwerken und auch der Evolution (ich erwähne hier nur das Rad des Pfaus) kennt, der weiß, daß es nur darauf ankommt als first mover möglichst schnell eine kritische Masse aufzubauen und dann zu wachsen – fertig ist der de-facto-Standard und/oder das natürliche Monopol. Es ist solange nicht angreifbar, wie kein anderer Riese (oder Tyrann) kommt, der den Altvorderen absetzt.

Eine an sich grausame Welt. Wenn Informatiker wüßten, welche Kreaturen sie da schaffen und diese vom Ergebnis her beurteilen würden, dann würden sie sicher öfters die Lust an ihrem Job verlieren. Doch der Informatik fehlt einfach oft die Philosophie. Dabei ist die Informatik heute ein so zentrales Moment der Wissensgesellschaft.

Softwareprogramme, ihr Design und ihre Auswirkungen frei zu diskutieren, sie überhaupt verbessern und optimierbar zu machen, ja das wäre das Gebot der Stunde. Doch ich fürchte dass wir davon sehr weit weg sind und uns immer weiter davon weg entfernen. Facebook ist 50 Milliarden wert und eine illustre Liste von Investoren wartet nur auf Traumrenditen. Keine guten Voraussetzungen derartige Systeme zu öffnen oder zu verändern bzw. in konkreten Problembereichen wie z.B. Datenschutz zu verbessern.

Jaron Lanier betont immer wieder: “Du bist kein Gadget”. Der Mensch ist kein Spielzeug. Er denkt er macht sich die Welt mittels Software zum Untertan, dabei ist es umgekehrt. Das zu erkennen finde ich sehr wichtig, denn nur so können wir die Potenziale für Verbesserungen heben. Jetzt und in Zukunft.

12 Feb

iPhone Suche: Google zahlt Apple ca. 100 Mio. $ jährlich

Google zahlt Apple angeblich 100 Millionen Dollar jährlich als Teil eines RevShare Deals auf dem iPhone. Bei der mobilen Suche auf dem iPhone verdient Apple also kräftig mit. Google steht dabei neuerdings im Wettbewerb mit Microsofts Suchmaschine Bing – wobei anzunehmen ist, daß Microsoft ebenfalls mit dem Scheckbuch kräftig winkt.

Apple verdient also nicht nur stetig an den laufenden Umsätzen der Mobilfunkverträge von T-Mobile und anderen mit, sondern auch auf der Service- oder Applikationsebene, ganz zu schweigen vom AppStore, iTunes Music Store und dem iBookStore. Insgesamt ein schlechtes Geschäft für die Mobilfunkbetreiber.

P.S.: Welche Social Media-Möglichkeiten potenziell mit dem iPhone auftun, hat übrigens Johannes Kleske einmal dargestellt.

18 Jan

Googles Suchalgorithmus angeblich nicht neutral: Verleger legen Kartellamts-Beschwerde gegen Google ein

Die deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenverleger gehen beim Bundeskartellamt gegen Google vor. Der Vorwurf: Googles Suchalgorithmus sei nicht neutral und bevorzuge z.B. eigene Inhalte des Suchmaschinenkonzerns. Doch es geht auch um Erträge aus der Suchmaschinenvermarktung: dem Vernehmen nach kritisieren die Verlegerverbände, dass Google für die Anzeige der Suchtreffer, der sogenannten “Snippets”, den Verlagen nichts bezahlt.

Google als Parasit? Dem ist nicht so, denn Google sorgt ja nicht nur für enormen Traffic auf vielen Seiten, sondern zahlt auch aus:

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hatte von Google im Internet eine faire Suche und Beteiligung gefordert. “Wir wollen wissen, wie gelistet wird und warum welches Angebot oben in der Ergebnisliste steht, und wir wollen an den Werbeeinnahmen, die mit unseren aufwendig hergestellten Qualitätsinhalten generiert werden, beteiligt werden”, hatte ein BDZV-Referent Ende November 2009 in einem dpa-Gespräch gesagt. Google verdiene über Werbung, die bei einer normalen Suche neben den Ergebnissen platziert wird, in Deutschland rund 1,2 Milliarden Euro jährlich. Google-Sprecher Oberbeck wies darauf hin, dass der US-Internetkonzern 2009 weltweit 4,2 Milliarden Euro an Verleger gezahlt habe.

Ein bitterer Beigeschmack bleibt aber: denn solange der Suchalgorithmus “closed source” ist, wird niemals jemand erfahren wie die Suchtrefferlisten bzw. SERPs erstellt werden. Desweiteren ist das Auktionsverfahren mit all seinen Parametern wie z.B. dem vieldiskutierten Quality Score ein Buch mit sieben Siegeln. Google hat hier die Macht die beim Kunden erzielbaren Höchstpreise voll auszuschöpfen und so seine Gewinne zu maximieren.

Dabei gibt Google nur einen sehr geringen Anteil seiner Umsätze an seine Content Partner ab. Man braucht nur in die entsprechenden SEC Statements zu sehen und sich den Posten TAC (Traffic Acquisition Costs) anzusehen. Geschätzte 30% gibt Google dafür aus – 70% behält das Unternehmen. Daher kommt auch die hohe Operating Marge von über 30%.

Zahlen von denen Verleger oft nur träumen können und die zeigen, welche Motivationen natürlich im Hintergrund immer mit in die Analyse einbezogen werden müssen. Eines ist sicherlich klar: Google wird in Zukunft nicht mehr so weitermachen können wie in der Vergangenheit und wenn das Unternehmen Pech hat, blüht ihm eine 2. Karriere Microsoft.

Noch ist es allerdings noch nicht so weit, aber man darf gespannt sein, welche Stellungnahmen des Bundeskartellamts nun folgt und ob ein förmliches Verfahren gegen Google eingeleitet wird.

08 Jan

Google-Steuer: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy lässt Werbe-Abgabe und Googles Marktstellung durch Kartellbehörde prüfen

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat einen Expertenausschuss gebeten, eine „Google-Steuer“ zu konzipieren. Ihr Ziel: Einnahmen aus der Werbevermarktung von Suchmaschinen und Webportalen abzuschöpfen. Damit sollen geplante Internet-Subventionen in Millionenhöhe finanziert werden. Die Förderung “legaler” Internetangebote ist nur ein Teil eines umfassenden Pakets, um die Online-Wirtschaft in Frankreich zu stärken. Im Gegenzug hat die Musik- und Filmindustrie zugesichert, auf einen Kopierschutz bei ihren Produkten zu verzichten – letztendlich soll also auch der französische Verbraucher profitieren.

Ausserdem sind Finanzhilfen für Online-Portale von Medien sowie Anbietern von Online-Musik, Filmen und elektronischen Büchern geplant. In diesem Jahr will das französische Kulturministerium dazu rund 50 Millionen Euro, für 2011 und 2012 sind jeweils zwischen 35 und 40 Millionen Euro ausgeben. Die Nettozahler des Steueraufkommens sollen v.a. Firmen mit Sitz im Ausland sein, die ihre Einnahmen in Frankreich mit Werbung erzielen:

Die „Google-Steuer“, wie sie der Expertenausschuss selbst taufte, soll so gestaltet werden, dass sie nur Großunternehmen trifft, darunter auch Microsoft, AOL, Yahoo oder Facebook, wie es in dem Bericht hieß. Grundlage sollten die Online-Werbeeinnahmen in der EU sein, welche die Firmen von Frankreich aus erzielen. Die Abgabe sei mit dem Gemeinschaftsrecht vereinbar, schreiben die Experten. Nötig dafür sei aber die Unterstützung der Hauptpartner in Europa. Der Ausschussvorsitzende Patrick Zelnik sagte der Zeitung „Libération“, notfalls könne Frankreich die Steuer auch einführen, ohne auf das grüne Licht der EU-Partner zu warten.

Doch Sarkozy geht noch weiter – er will Googles Marktstellung und Einfluß durch das Kartellamt untersuchen lassen:

Die nationale Wettbewerbsbehörde solle ermitteln, ob der Internetriese eine marktbeherrschende Stellung im Bereich Online-Werbung innehabe, sagte Sarkozy am Donnerstag vor Vertretern der Medienbranche. Zudem solle das Finanzministerium prüfen, ob in Frankreich die Einnahmen großer Suchmaschinen aus dem Geschäft mit Online-Werbung besteuert werden könnten. “Derzeit müssen diese Unternehmen in den Ländern Steuern zahlen, in dem sie ihren Hauptsitz haben, obwohl sie einen großen Teil unseres Werbemarktes bilden”, sagte Sarkozy weiter.

Sarkozys Idee einer Besteuerung ausländischer marktbeherrschender Unternehmen ist sicherlich zur Finanzierung einheimischer Infrastruktur nachvollziehbar. Er möchte die Steuereinnahmen aber zur Finanzierung bestimmter Unternehmen und Angebote nutzen, d.h. für Subventionen und um z.B. französischen Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Ein derartiges Unterfangen ist natürlich schwer zu argumentieren und ordnungspolitisch nicht sinnvoll.

Die eigentlich interessante Frage, die Sarkozy mit seinem Vorstoß aufwirft, ist: “Wie wird in einer globalisierten Welt in Zukunft bei absolut beweglichem Kapital und einer globalen Steuerkonkurrenz die Steuerbasis eines Staates beschaffen sein und können in Zukunft auf dieser Steuerbasis alle notwendigen Ausgaben für öffentliche Güter und die Infrastruktur geleistet werden?”  In einem Zeitalter, in dem Betriebsstätten Server sind und Mitarbeiter hochgradig mobil, dürfte es für einzelne Staaten immer schwerer werden, entsprechende Steuer-Einnahmen zu erzielen.

Eine Aufstellung, wo und wieviel Steuern Google, eBay, Amazon, Facebook, etc. zahlen, wäre daher ganz interessant. Leider habe ich sie bisher nirgendwo gefunden.