23 Nov

Wie man das Problem des Qualitätsjournalismus schon lange gelöst haben könnte

Zur aktuellen Qualitätsjournalismus-Debatte könnte man sehr viel schreiben (wie z.B. hier, hier und hier). Von mir nur soviel: Es geht nicht darum, dass das Internet keine Qualität böte (mit diesem oft gehörten Vorwurf tut man vielen Unrecht). Aber es geht darum, dass die geringen Eintrittsbarrieren und die nach unten tendierende Content-Qualität bei stetig steigender Quantität an Botschaften zu einem riesigen Information Overload führt, den kein Mensch oder “User” mehr verarbeiten kann. Dabei könnte die Lösung so einfach sein – ich sage: Gebt mir einen QUALITÄTSFILTER (nein, nicht eine Suchmaschine wie Google, bei der jeder SEO einem für x Euro den 1. Platz beschafft) und ich bin glücklich.

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01 Jun

Indoor Positioning und Indoor Navigation: Smartphone App Basistechnologien für das Marketing der Zukunft (Mobile Couponing, etc.)

Indoor Positioning und Indoor Navigation sind momentan Themen, die intensiv in Fachkreisen diskutiert werden. Denn besonders durch die stetig steigende Verbreitung von Smartphones werden mobile Anwendungen und die dadurch entstehenden Märkte immer interessanter. Indoor Navigation wird schon als der nächste Goldrausch gehandelt und der Konflikt Apples um die Lieferung seiner Geodaten mit den ehemaligen Partnern Skyhook und Google zeigt wie strategisch wichtig das Thema geworden ist. Es geht dabei um nichts geringeres, als um die Kontrolle der mobilen Datenströme der Zukunft.

Eine Reihe von Anbietern in USA (wie z.B. FastMall, PointInside, Micello, etc.) haben das Thema bereits erkannt, kartieren intensiv vor allem Flughäfen sowie Shoppingmalls und bezeichnen sich vollmundig als “Google Maps for the Indoors”. Da wir im Durchschnitt mehr als 70% unserer Zeit in Gebäuden verbringen und daraus abgeleitet einen sehr hohen Prozentsatz an Transaktionen und Umsätzen tätigen, sind mobile Anwendungen mit den Fähigkeiten zur Echtzeit-Lokalisierung und Indoor Navigation als Marketing-Tools der Zukunft von zentraler Bedeutung.

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05 Jan

Potenziale für Verbesserungen

Ich halte es für eine der weit verbreiteten Mythen, daß die Technologien, die wir aktuell nutzen, State-of-the-art-Technologien und damit optimal oder die besten sind. Es bestehen unglaubliche Potenziale für Verbesserungen. Durch die Dominanz der bestehenden Anwendungen wird uns darauf aber fast vollkommen die Sicht versperrt.

Wichtig ist dabei meines Erachtens vorwegzuschicken, daß Computerprogramme als Meme ein bestimmtes Verhalten vorschreiben und keine Alternativen zulassen – bestes Beispiel: Google. Michael Michaelis beschreibt das so:

“In kurzer Zeit steht ein Unternehmen im Zentrum des Interesses, welches letztlich auf einem einzigen Algorithmus[1] basiert: auf einer einzigen Idee, einer einzigen in Programmform gegossenen Formel, die alle Dokumente der Welt bewertet und zugänglich macht.”

Computerprogramme und Webanwendungen geben zwar Freiheit in der Nutzung, schränken diese aber immanent durch ihr spezifisches Design ein. Sie sind tendenziell eindimensional (bestes Beispiel: der Facebook “Like”-Button) und schaffen Gewohnheiten, die es den Menschen erschweren, sich zu verändern. Wer einmal von Windows auf Mac (oder umgekehrt) gewechsel hat, weiß, wovon ich spreche.

Man nennt das Lock-in-Effekte, die wiederum auf Netzwerkexternalitäten beruhen. Netzwerkeffekte nutzt mit seinem “Like”-Button, um schnellstmöglich sich überall zu vernetzen und einen de-facto-Standard für soziale Netzwerke zu etablieren. Links spielen dabei eine große Rolle. Je mehr Links auf eine Adresse zeigen, um so wichtiger wird sie. Das ist das Funktionsprinzip von Google.

Verlinkte Inhalte gewinnen dabei an Bedeutung – unabhängig davon, ob sie wirklich wichtig oder sinnvoll sind. Ihr Kontext ist die Relevanz – die nur über Links definiert wird. Jeder SEOler weiß, wie einfach dieses Kriterium und andere Relevanzkriterien (wie z.B. der Quality Score) zu manipulieren sind. Betrachtet man alternative Hypertext-Konzepte wie z.B. Ted Nelsons Transliterature-Konzept wird deutlich wie ungenügend der Ansatz des vielzitierten “Vaters des Webs” Tim Berners-Lee in Wirklichkeit ist. Solange Dokumente und Links keine Historie und die Herkunft der Quellen aufzeigen, wird Content-Diebstahl bzw. “Sharing” oder Content-Leihe schon aus ökonomischen Gründen die Regel sein.

Man stelle sich vor, wenn sich Ted Nelsons humanistisches Design und ein Millicent-Protokoll durchgesetzt hätten. Eine Vielfalt an Inhalten – gerade im so gerne sharenden Web 2.0 – wäre die Folge gewesen, alle Autoren würden angemessen vergütet und die ganze Diskussion über Qualitätsjournalismus im Web hätte sich erübrigt. Man könnte aufgrund der heutigen Sharing-Funktionen wahrscheinlich davon ausgehen, daß eine Phase des Wohlstands unter Autoren ausgebrochen wäre, die bisher nie dagewesen ist.

Leider lief die Entwicklung aber anders. Und aufgrund der Netzwerkeffekte entstehen Pfadabhängigkeiten, die es unmöglich machen das Rad der Geschichte zurückzudrehen. So schafften die Nerds einen neuen Historischen Materialismus den heute leider weder Ochs noch Esel, bzw. Maus oder User aufhalten können.

So zentrale Instanzen wie die Algos der Suchmaschinen bleiben so undiskutiert und ihre Suchalgorithmen geheime Verschlußsache. Statt sie offen zu legen, darüber zu diskutieren und dem besseren zum Erfolg zu verhelfen leiden viele User unbewußt an deren Folgen. Unbewußt oder nichtwissend deswegen, weil sie keine Alternativen kennen. Diese “haben sich ja nicht durchgesetzt”, was damit gleichgesetzt wird, daß diese falsch sein müssen.

Weit gefehlt: wer die Entstehung von Standards in Netzwerken und auch der Evolution (ich erwähne hier nur das Rad des Pfaus) kennt, der weiß, daß es nur darauf ankommt als first mover möglichst schnell eine kritische Masse aufzubauen und dann zu wachsen – fertig ist der de-facto-Standard und/oder das natürliche Monopol. Es ist solange nicht angreifbar, wie kein anderer Riese (oder Tyrann) kommt, der den Altvorderen absetzt.

Eine an sich grausame Welt. Wenn Informatiker wüßten, welche Kreaturen sie da schaffen und diese vom Ergebnis her beurteilen würden, dann würden sie sicher öfters die Lust an ihrem Job verlieren. Doch der Informatik fehlt einfach oft die Philosophie. Dabei ist die Informatik heute ein so zentrales Moment der Wissensgesellschaft.

Softwareprogramme, ihr Design und ihre Auswirkungen frei zu diskutieren, sie überhaupt verbessern und optimierbar zu machen, ja das wäre das Gebot der Stunde. Doch ich fürchte dass wir davon sehr weit weg sind und uns immer weiter davon weg entfernen. Facebook ist 50 Milliarden wert und eine illustre Liste von Investoren wartet nur auf Traumrenditen. Keine guten Voraussetzungen derartige Systeme zu öffnen oder zu verändern bzw. in konkreten Problembereichen wie z.B. Datenschutz zu verbessern.

Jaron Lanier betont immer wieder: “Du bist kein Gadget”. Der Mensch ist kein Spielzeug. Er denkt er macht sich die Welt mittels Software zum Untertan, dabei ist es umgekehrt. Das zu erkennen finde ich sehr wichtig, denn nur so können wir die Potenziale für Verbesserungen heben. Jetzt und in Zukunft.

02 Jul

Ist Apple noch auf dem richtigen Weg?

Braucht man ein iPad? Nachdem ich es erst einmal 3 Tage in der Ecke schmoren gelassen habe, muss ich sagen: Für couch potatoes ist es als Fernsehersatz OK, aber weit weg von dem, wo Apple mal hinwollte: Kreativität statt Konsum von Bezahlinhalten. Ich erinnere mich noch ganz gut an 1994 und meinen ersten Videoschnitt auf einer Quadra 840AV an der University of Michigan in Ann Arbor, die ersten Performas mit ihren Multimedia-Fähigkeiten und den irren Abstand zu PCs und die vielen kreativen Erlebnisse mit dem Mac.

Oder die ersten BeOS Präsentation, oder meine erste SGI Webforce (das Intro mit der Kamerafahrt um den jonglierenden Einstein, der von Picasso gemalt wird würde ich unheimlich gerne nochmal sehen), whow – das waren Maschinen … nicht zu vergleichen mit so etwas wie einem iPad, wofür es noch nicht mal Photoshop gibt … ja, aber vielleicht kommt ja (hoffentlich) nochmal irgendein junger Verrückter, der die ganze iPad und PC-Welt auf den Kopf stellt und uns wieder kreative Werkzeuge gibt.

And you will see why 1984, won’t be like “1984.”

20 Jun

Warum es Zeit für eine neue Internet-Revolution ist

Die rasante Entwicklung des Internets in den vergangenen zehn Jahren und die Entstehung des Web 2.0 sind von einer ganzen Reihe von Charakteristika geprägt, die tiefgreifende Fragen aufwerfen. Fragen, die nicht nur volkswirtschaftliche, sondern vor allem politische Bedeutung haben. Leider wird die Debatte jedoch meist von Technikern und Informatikern und deren Visionen technischer Machbarkeit und technologischer Innovationen in der Öffentlichkeit bestimmt.

Ein Vortrag Jaron Lanier in San Francisco hat mich aber für das Spannungsfeld Technologie und Politik sensibilisiert, denn die derzeit als allgemein gegeben hingenommene Internetarchitektur bringt einige unverwünschte Effekte mit sich, die bisher zu oft nur beschrieben und zu wenig analysiert wurden. Denn die derzeit herrschenden technologischen und ökonomischen Grundlagen bevorzugen bestimmte Business-Modelle und verhindern die Realisierung eines “humanistischen Designs”, so wie es Ted Nelson z.B. mit seinem Konzept der Transliteratur (Projekt Xanadu) vertritt.

Gerade heute mit dem Aufkommen von 3D Interfaces und UI-Technologien (Erinnerst du dich noch an Tom Cruise in Minority Report?), wäre zumindestens hardwareseitig die Grundlage für eine vollkommen neue Strukturierung der Informationswelt in der wir leben, eine echte Herausforderung, der wir uns stellen und die wir als Chance für einen Aufbruch in ein kreativeres und gerechteres Informationszeitalter nutzen sollten.

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02 Feb

make.tv startet neu: alles wird einfacher und besser

Nach Monaten der Ungewissheit ist die Zukunft von make.tv gesichert. Die Internet-Agentur dimensional hat make.tv gekauft und wird die Plattform und das Produkt durch die neu gegründete Firma SMT GmbH weiter fortführen. Die SMT – Streaming Media Technologies GmbH beschäftigt nahezu das gesamte Entwicklungsteam von make.tv weiter.

Die Geschäftsführung der SMT wird doppelt besetzt. Georg Lenzen, Gründer und technischer Leiter von make.tv ist für die operative Führung verantwortlich. Andreas Jacobi, Geschäftsführer von dimensional übernimmt Finanzen und Sales. Derzeit werden auf make.tv bereits ca. eine Millionen Videos im Monat abgerufen. Die Anzahl der zahlenden Kunden steigt kontinuierlich. Die erste individuelle Kundenlösung auf Basis von make.tv wurde bereits in Version 1 umgesetzt: Eine Online-Schulungssoftware für interaktive Seminare. In Planung befinden sich diverse weitere Projekte.

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28 Jan

Apples iPad – die Rettung für deutsche Verlage?

Apples iPad hat ein riesiges Presse-Echo hervorgerufen, auch bei deutschen Verlagen. Doch ist das iPad wirklich ein neuer Vertriebskanal in Sachen Paid Content und der lang ersehnter Umsatzbringer? Das größte “Problem”: das iPad integriert einen Web-Browser, E-Mail, Fernsehen und Video sowie das Lesen von digitalen Büchern, den E-Books. Wie leicht es ist, die Bezahlschranke zu umgehen und Paid Content kostenlos zu beziehen, hatte ich ja schon mal auf Facebook erwähnt.

Technisch besteht also kein besonders hohes Lock-in-Potenzial, da v.a. auch Google Books und andere Angebote auf dem iPad verfügbar sein werden, von den News-Seiten vieler Portale und Player mal ganz zu schweigen. Für Verlage sehe ich also wenig Potenzial – denn zu groß ist die Konkurrenz durch das Internet auf dem iPad. Doch Steve Jobs hat wie bekannt immer einen Joker in der Hinterhand und das ist sein Marketing Know-How in Sachen digitaler Güter.

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