iPad, iPod, iTMS, iBook Store: Steve Jobs stellt sich auf die Seite der Kreativen und sorgt für Google-freie Zonen

Es ist schon sehr spannend, was das iPad bereits vor seinem physischen Erscheinen alles auslöst: Amazon gibt Macmillan nach und erhöht auf dessen Druck die Preise. 9,99 Dollar ade. Der Macher im Hintergrund: Steve Jobs. Er hat schon mit dem iTMS erkannt, dass die Kostenlos-Kultur im Web keine Zukunft hat und dass nur kreative Menschen, die entlohnt werden, langfristig für Inhalte sorgen.

Content siegt also – zumindestens in langfristiger Sicht. Es ist überaus faszinierend wie Steve Jobs dabei vorgeht. Zuerst die freien Formate umarmen (ja, sicher werden PDFs auf dem iPad funktionieren, aber Apples iBooks eben auch) und dann langsam interessante Bezahlangebote hinterherreichen. Der interessante Nebeneffekt: die Zahl Google-freier Zonen steigt – Google hat weder im iTMS noch im iBookStore etwas zu suchen.

Apple sperrt mit seinem Konzept Parasiten aus, die das Ökosystem nun sehr lange genutzt und nichts zurückgegeben haben. Der brilliante Denker Jaron Lanier hat auf dieses Thema erst kürzlich hingewiesen:

Google muss sich reformieren. Es ist wie ein Organismus ist, der sich von seinem eigenen Körper ernährt. Es geht eine Weile lang gut, aber dann ist das Verhungern unausweichlich. Statt nur Anzeigen zu verkaufen, muss es anfangen, Geld zu verlangen für die Inhalte, die es anbietet, und dieses Geld an die Autoren auszuzahlen. Sonst ist die Zivilisation, die es im Internet verfügbar machen will, irgendwann tot.

Ja, Google könnte der größte Paid Content-Händler der Welt werden – eine riesige Chance übrigens, denn dieses System wäre viel nachhaltiger, als auf kostenlose Inhalte zu setzen, die immer mehr zu Fast Food Content verkommen. Steve Jobs ist ein Kreativen-Versteher, der genau gesehen hat, wo die Lücke ist und wer letztendlich die Werke und Inhalte erstellt und damit am Anfang der Verwertungskette steht.

Seine Apple-Kunden sind zumeist Kreative, die schon immer gewohnt waren etwas mehr für ihre Produkte auszugeben und auch für ihre Dienstleistungen und Produkte entlohnt zu werden. Sie vertrauen Apple intuitiv mehr als Google. Auch wenn so mancher Google gerne nutzt – es bleibt immer ein flaues Gefühl, wenn man eigentlich bereit wäre für eine Leistung zu zahlen es aber nicht kann oder selbst quasi genötigt wird, seine Arbeiten für umsonst ins Netz zu stellen.

Als Azubi oder Student kann man das machen und vielleicht sogar mit seinem Blog ein paar lausige Adsense-Dollar einstreichen. Aber wenn man mal Angestellte hat und/oder eine Familie zu versorgen hat, merkt man schnell, dass an diesem Modell nur einer verdient: Google – und zwar mehr als eine Milliarde Dollar im Quartal.

Ja, Steve ist der Verlagsretter und Freund der Kreativen – heimlich still und leise hat er sich in dieser Rolle im Bereich Musik zum Marktführer gemacht. Da half es sicher, dass er immer die Nähe zur Musik und den Kreativen gesucht hat:

Dated Joan Baez in his 20s; Ella Fitzgerald sang at his 30th birthday party; …

Aber statt über Napster zu meckern hat er sich an den iPod und den iTMS gesetzt und es einfach besser und einfacher gemacht, sich legal Musik herunterzuladen. Dasselbe passiert nun mit Büchern und während Steve noch den Pionier Amazon ehrt, überholt er diesen mit Vollgas mal eben schnell rechts.

Ja, das iPad wird ein riesiger Erfolg. Aber nicht nur weil das Gerät ein paar technische Features mehr und ein tolles Design hat. Nein, weil es von einem Menschen erdacht und gemacht wurde, der die innersten Gefühle und die Motivationen derjenigen versteht, die jeden Tag auf’s Neue ihren Beitrag leisten, neue Texte, Songs, Filme produzieren und dafür erwarten dürfen, ordentlich bezahlt zu werden.

Google hat das bis heute (leider) nicht verstanden, aber vielleicht erleben wir ja irgendwann einen Wandel – was Apple als Mitbewerb sicher gut tun würde und in the long run auch den Konsumenten durch mehr Wettbewerb sicher gut tun würde.

2 thoughts on “iPad, iPod, iTMS, iBook Store: Steve Jobs stellt sich auf die Seite der Kreativen und sorgt für Google-freie Zonen

  1. Bye Bye says:

    Steve Jobs ist einfach der King im Contentselling. Erst kam der Ipod, dann kam ITunes, dann der ITunesStore und dann das IPhone, nach und nach wurden dann die Musik nur noch auf Ipods geladen. What’s next?

    Ist ein IPad nicht einfach ein überdimensionierte IPod Touch? Die Kinder wirds auf Urlaubsreisen auf jeden Fall freuen.

  2. Ipad Test says:

    Ich werde mir jetzt das Ipad etwas genauer anschauen, denn irgendwie sagt mir mein Gefühl, dass das Ding geiler Einschlagen wird als das Iphone….

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