Social Branding: der nächste Schritt nach dem Social Media Newsroom

Social Media Newsrooms sind derzeit eine Entwicklung, die beweist, wie relevant das Thema “Social Media” in Unternehmen geworden ist. Der Treiber hinter dieser Entwicklung ist v.a. das geänderte Mediennutzungsverhalten und die Erwartungshaltung insbesondere jüngerer Internetnutzer. Doch was kommt nach dem Social Media Newsroom, der meist im PR-Bereich angesiedelt ist?

Ich nenne es Social Branding, eine neue Form der Markenbildung (Stichwort: Marke 2.0), die nun die Organisation als Ganzes erfasst und jeden Mitarbeiter einbindet. Best practices gibt es dazu bisher v.a. in USA. Das neue Conversational Marketing setzt dabei auf höchst kommunikative Branding-Strategien, wie sie z.B. Nike nutzt. Zielgruppen und Konsumenten werden zu Community-Mitgliedern, die eine potenziell viel engere und viel interaktivere Beziehung zum Unternehmen und seinen Marken haben.

Heute ist die one-to-many-Kommunikation ein aussterbendes Modell und ein monologbehaftetes, Einweg-Markenbild nach dem Motto “We make, you take. We speak, you listen.” nicht mehr angesagt. Marken führen heute Dialoge und sind Teil der Action – sie müssen hellwach und rund um die Uhr geführt werden, denn nur so lassen sich die wichtigen Kundenpotenziale heben, die letztendlich zum Kult und Kauf führen.

Social Media heute ist in den meisten Fällen kein Social Branding. Social Branding sorgt nämlich dafür, daß jeder Tweet, jeder Facebook-Kommentar und jeder Blogpost registriert und ausgewertet wird. Die Tools dafür existieren schon und werden z.B. von Firmen wie Dell intensiv genutzt. Wir nutzen Sie z.B. im Rahmen projektbegleitender Social Media Monitorings. Der Social Media Radar ist dabei nicht nur ein Stimmungsbarometer, sondern auch ein Weg die relevanten Influencer für eine Social Branding-Strategie zu identifizieren.

Das klingt nach sehr viel Arbeit. Das ist Social Media auch. Denn neben der Pflicht des permanenten Zuhörens haben die Götter auch noch die Kür erfunden: das Erfinden spannender Geschichten, das Platzieren viraler Stories, die in Windeseile durchs Web 2.0 Verbreitung finden und neue Kunden für die Marke infizieren. Eines darf dabei nicht vergessen werden: ja, Social Media ist Spaß, aber Social Media muß sich auch rechnen. Wer am Ende nur gut unterhält und überall mitredet, aber seine Produkte und Dienstleistungen nicht verkauft, hat Geld fehlinvestiert.

Neben einer professionellen Umsetzung, der organisatorischen Verankerung (Stichwort u.a.: Social Media Guidelines) und dem permantenten Monitoring muss zuallererst das Ziel der Social Media-Strategie formuliert werden. Das einfache Anlegen einer Social Media Landing Page, das channelspezifische Tracking, die Ermittlung einer conversion rate und der jeweiligen Umsätze sind Dinge, die wir aus dem eCommerce lernen können. Denn am Ende des Tages wird jeder Manager fragen: Wie können wir Social Media in Euro übersetzen?

Die Antwort darauf ist eine konsistente Social Branding Strategie, die nicht auf Image oder Interaktionen setzt, sondern den Social Media ROI in den Mittelpunkt allen Tuns stellt.

5 thoughts on “Social Branding: der nächste Schritt nach dem Social Media Newsroom

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  2. Suse A. says:

    Ich finde, dass die “professionelle Umsetzung” und die “organisatorische Verankerung” am schwersten zu bewerkstelligen sein werden. Aber jetzt kann man wenigstens ruhigen Gewissens wieder in die Zukunft blicken.

  3. Frank Huber says:

    Stimmt.

    Ein Problem bleibt: das Umschichten der Etats aus dem klassischen Bereich. Das wird dauern.

  4. Spannender Artikel. Ich denke es sollte immer einen Dreischritt geben: 1. Social Media Strategie, 2. Pflege der Kanäle, 3. Social Media Newsroom. Dabei muss ein Unternehmen nicht zwingend nur einen einzigen Social Media Newsroom haben, sondern kann unterschiedliche Varianten für unterschiedliche Zielgruppen einsetzen. Das Monitoring und das Tracking von Kennzahlen (z.B. Conversions) gehört dann zu den laufenden Aufgaben.

  5. Frank Huber says:

    Danke für dein Feedback, Christian. Verschiedene Social Media Newsrooms zu haben macht durchaus Sinn, u.a. in Kommunikationskrisen siehe http://toyotaconversations.com/ – spannend finde ich aber auch das Thema Social Media mehr im Marketing zu verankern: Produktblogs, Marken-Communities und gebrandete Twitter-Channels bringen nämlich sicher auch sehr gute Conversions.

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