Das Apple iPad: ein Blick in die Zukunft

Das iPad ist momentan in aller Munde und war am ersten Verkaufstag in Deutschland direkt ausverkauft. Eine tolle Resonanz also beim Kunden – der Verlage hoffen lässt, endlich auch etwas vom Paid Content-Kuchen abzubekommen. Die iStores von Apple boomen nämlich und Steve Jobs darf sich in Zukunft auf noch höhere Umsätze mit Musik und Büchern in digitaler Form freuen.

Apple hat inzwischen eine höheren Börsenwert als Microsoft und es wird noch einiges mehr an Innovationen aus dem Hause Apple kommen. Betrachtet man nämlich das iPad genauer, so sind drei Dinge vorstellbar, die für eine sehr starke Verbreitung des Geräts in Zukunft sprechen:

  1. Die Öffnung des Apple Stores für Corporate Apps. Unternehmen können als Subgruppe im AppStore oder über zentrale Firmenrechner mit unternehmenseigenen Apps versorgt werden. Diese Variante erlaubt z.B. den Einsatz des iPads als Thin Client in verschiedensten Anwendungszenarien, sei es als tragbaren Kassencomputer oder als Inventurhilfe. Die Hacker-Software Spirit zeigt heute schon, was auf dem iPad möglich ist und wieviel “freie” Anwendungen mit enormen (Business-)Potenzial da draussen auf uns warten.
  2. Ganz spannend dürfte die kommende iPad Version mit Kamera werden. Denn dann lassen sich OCR-/QR-Code-Anwendungen entwickeln und z.B. Barcodes einscannen. Eleganter werden Sie noch nie Inventur gemacht haben … die Kamera wird ein enormer Wurf werden. Vor allem wenn man daran denkt, wie diese Kombination mit Jack Dorsey’s Kreditkartenleser Square als mobile Kasse funktionieren könnte …
  3. Der ganz grosse Wurf dürfte dann ein noch grösseres iPad HD werden – denn die 1024-by-768-pixel resolution at 132 pixels per inch (ppi) ist einfach noch zu wenig um im Zug entspannt seinen neuesten HD-Film anzuschauen. 1920 x 1080 pixel sollten es schon sein – und mindestens 15 Zoll. Dann wird das iPad zur ultimativen Medienkonsummaschine und zur echten Goldgrube für Steve Jobs und Hollywood – mal von der Gamesindustrie ganz zu schweigen (die beiden Bereiche stehen sowieso vor einer potenziellen Verschmelzung).

Der versprochene Goldrausch für App Entwickler wird also nicht ausbleiben. Denn Steve Jobs hält nichts von Open Source und wird als Gatekeeper immer schön die Hand auf alle Downloads halten und dafür sorgen, dass die Rechnung aufgeht und niemand vergißt, ein Preisschild an seine App zu hängen. Das kann im Store sein, wo sich ja inzwischen eine ganz fröhliche Bezahlkultur (die 200 Mio. $ Umsatz pro Monat im App Store dürften schon lange Geschichte sein) entwickelt hat, aber auch gegenüber dem Kunden.

Denn die cleversten Entwickler werden ihre Projekte selbst umsetzen und da Apple die gesamte Vertriebsplattform bereitstellt mit sehr geringen Kosten in den Markt einsteigen können. Der Rest wird sich – und das ist heute schon an den Honoraren erkennbar – auf absehbare Zeit teuer verkaufen können und mit immer neuen Updates und Funktionen sehr gut leben können.

Das iPad und iPhone ist also ein Produkt der Zukunft – alle lieben es und viele leben davon. Wir dürfen gespannt sein, was als nächstes kommt – denn there is always one more thing

3 thoughts on “Das Apple iPad: ein Blick in die Zukunft

  1. Peter says:

    Die Entwicklung zeigt vor allem eines: Wenn man einen verbindlichen und praktikablen Styleguide entwirft und ihn auch noch auf einem genauso konsequent konstruierten (also designten) Gerät durchsetzt, so wird es zum Erfolgsmodell. Vielleicht ist es Steve Jobs zu verdanken, dass dies zuerst mit dem iPhone und nun mit dem iPad gelungen ist. Die Grundlagen auf Usability-Ebene sind jedenfalls alles andere als neu und werden von diversen Usability-Predigern immer wieder wie Litaneien aufgesagt. Nur hielt sich bislang niemand so recht daran, sondern es wurde vor allem Code produziert wo doch der Styleguide entweder Makulatur war oder eher ein mit heißer Nadel zusammengestricktes Konglomerat verschiedener Vorprodukte. Er wurde pro forma angelegt, aber von niemandem so recht ernst genommen, weil er bei neuen Ideen versagte oder von vornherein nicht umsetzbar war.

    Jetzt gibt es als Schwelle den vielgescholtenen Review des AppStore. Da wird über mögliche Zensur, Marktmacht und allerlei semi-politische Zusammenhänge diskutiert. Soweit auch richtig. Was aber en passant passierte ist die konsequente Durchsetzung des Styleguides und damit die Gebrauchstauglichkeit (Normdeutsch für Usability) der Software.

    Letztlich hat es also jemand geschafft seit Urzeiten vorhandene Goldadern zu explorieren und sie nutzbar zu machen. Nur das ist das Erfolgsmodell dahinter, denn Hardware und äußerliches Design können alle anderen Hersteller solcher Geräte auch. Apples Produkte aber sind in Sachen Usability die Referenz. Wann sich das ändert wird sich zeigen. Die Investition in konsequente Benutzerführung zahlt sich jedenfalls aus, wenn an sich den Börsenwert ansieht.

  2. Frank Huber says:

    Danke, Peter für Deinen Kommentar. Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Schon seit Jahren nutzt Apple Human Interface Guidelines, die genau diese “User experience” sicherstellen und die für ein gutes Gefühl bei der Nutzung der Apple Produkte sorgen. Ich denke von Apple kann man in Sachen Gebrauchstauglichkeit und Design sehr vieles lernen.

  3. Steve says:

    Danke, Peter für Deinen Kommentar. Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Schon seit Jahren nutzt Apple Human Interface Guidelines, die genau diese “User experience” sicherstellen und die für ein gutes Gefühl bei der Nutzung der Apple Produkte sorgen. Ich denke von Apple kann man in Sachen Gebrauchstauglichkeit und Design sehr vieles lernen.!!!

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