Ist Apple noch auf dem richtigen Weg?

Braucht man ein iPad? Nachdem ich es erst einmal 3 Tage in der Ecke schmoren gelassen habe, muss ich sagen: Für couch potatoes ist es als Fernsehersatz OK, aber weit weg von dem, wo Apple mal hinwollte: Kreativität statt Konsum von Bezahlinhalten. Ich erinnere mich noch ganz gut an 1994 und meinen ersten Videoschnitt auf einer Quadra 840AV an der University of Michigan in Ann Arbor, die ersten Performas mit ihren Multimedia-Fähigkeiten und den irren Abstand zu PCs und die vielen kreativen Erlebnisse mit dem Mac.

Oder die ersten BeOS Präsentation, oder meine erste SGI Webforce (das Intro mit der Kamerafahrt um den jonglierenden Einstein, der von Picasso gemalt wird würde ich unheimlich gerne nochmal sehen), whow – das waren Maschinen … nicht zu vergleichen mit so etwas wie einem iPad, wofür es noch nicht mal Photoshop gibt … ja, aber vielleicht kommt ja (hoffentlich) nochmal irgendein junger Verrückter, der die ganze iPad und PC-Welt auf den Kopf stellt und uns wieder kreative Werkzeuge gibt.

And you will see why 1984, won’t be like “1984.”

8 thoughts on “Ist Apple noch auf dem richtigen Weg?

  1. Die Frage ist gut gestellt. Mein Eindruck ist, dass Apple irgendwann falsch abgebogen ist. Die Prodkte sind für ihren Zweck gut, aber nicht so offen wie sie sein könnten, d.h. technisch künstlich beschnitten. Was soll der Quatsch, Flash, Adobe und andere Toollieferanten (Cross-Compiler) auszusperren? Das ist zwar heute eine vielleicht kleine offene Flanke, aber ist ein Risiko für Apple in der Zukunft. Apple zielt viel mehr als früher auf den Konsumenten als auf Produzenten. In der Summe gilt: Apple ist main stream oder commen sense, aber keine Hype oder Avantgarde. Und die Rolle als Opposition zu Microsoft hat sie an Linux verloren.

    Grüsse, Markus

  2. Frank Huber says:

    @Markus Ich stimme Dir zu – das Thema Flash ist zudem auch wieder ein rein kommerzielles Thema/Problem. Nahezu alle Flash “Apps” wären kostenlos verfügbar und eine enorme Bedrohung für die iStores. Hier will Steve Jobs die absolute Kontrolle über die gesamte Wertkette behalten. Die Rolle als Opposition sehe ich zwar auch bei Linux, aber Linux ist zu wenig spannend und sexy im Desktop-Bereich. Linux hat den Nimbus “sich beim Konsumenten nicht durchgesetzt” zu haben. Beim Produzenten kreativer Inhalte schon garnicht. Ergo gibt es zu Apple derzeit keine Alternativen – ein bedauernswerter Zustand aber eigentlich auch eine riesige Chance!

  3. Jakob says:

    Naja, von einem falschen Weg kann man angesichts 3 Mio. verkaufter iPads und 1,7 Mio. verkaufter iPhone 4 innerhalb kürzester Zeit ja nicht gerade sprechen. Außerdem muss es für das iPad kein Photoshop geben, weil das iPad nicht den Laptop oder den Desktop-Rechner ersetzen soll. Mal abgesehen davon, dass viele Kreative bereits tolle Dinge mit dem iPad gemacht haben. Es gibt ja reichlich Apps zum Zeichnen und Malen. Und für andere kreative Dinge. Auch Bloggen oder Texte verfassen funktioniert wunderbar. (Bloggen etwas eingeschränkter als am Laptop, das stimmt schon).

    Und Flash… hmm… Flash ist ja auch nicht wirklich offen, im Gegensatz zu HTML5.

  4. Frank Huber says:

    @Jakob Klar, der Erfolg gibt Apple erst einmal Recht. Doch wer sich die Entwicklung ansieht, der wundert sich schon, wie weit Apple nun in die Konsumecke ausholt und wie sehr Apple von Microsoft gelernt hat. Alles wofür früher und heute gekämpft wurde, d.h. z.B. Open Source und offene Plattformen scheint vergessen. Apple ist zu einem Machtfaktor geworden und wird für mich mit den vorgestellten Produkten iPhone und iPad in Sachen “Kreativität” eben nicht interessanter, sondern immer mehr Mainstream.

  5. Max says:

    Das iPad ist in meinen Augen nur ein nettes Spielzeug, was nach einiger Zeit nur in der Ecke schmort… Als iPod-Ersatz ist es zu gross um es mal eben mitzunehmen. Interessant wird es werden, wenn es als ein Display eines Powerbooks funktionieren würde und man das “Display” einfach von seinem Powerbook abziehen kann und sich dann damit vom Schreibtisch auf die Couch bewegt um noch ein wenig Nachrichten zu lesen…

    Aber das wäre wieder ein komplett neues Produkt, das iPad selber finde ich langweilig.

  6. Frank Huber says:

    @Max stimme Dir zu – interessant finde ich es übrigens mal über die Maus und den Touchscreen hinauszudenken, siehe z.B. http://www.xbox.com/de-DE/news-features/news/Project-Natal-in-detail-050609.htm

    Da werden ganz neue Bedienungskonzepte und Anwendungen möglich – sehr spannend!

  7. Dima says:

    @ Markus: Genau so sehe ich es auch. Man könnte auch sagen, dass Apple so clever war ein Produkt zu entickeln, dass keiner BRAUCHT, aber alle HABEN wollen. An dieser Stelle ein dickes “Lob” an die Marketingabteilung von Apple.

  8. Peter80 says:

    wie du schon so schön sagst: das iPad ist was für couchpotatos! Das lustige ist: meine Mama (die total technik-avers ist) hat sich jetzt so ein Ding geholt und flitzt damit jetzt immer durch die Küche und benutzt es als Kochbuch :-) Und wenn ich ehrlich bin fand ich es im Gebrauch auch echt genial… Hast du dir eigentlich auch eines gekauft?

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