Smartphone Apps: Ruf nach standardisierter Messung der App-Nutzung wird lauter

Die Studie „Smart 2012“ von Google und der Otto-Group belegt es: 11% der Deutschen besitzen im Jahr 2010 ein Smartphone und 2012 sollen es 22% sein. Die Beliebheit von Smartphone-Anwendungen ist heute bereits hoch und wird parallel zur Smartphone-Verbreitung weiter steigen.

Dieser Trend zum mobilen „always on“ war auch auf der diesjährigen dmexco auf dem Gemeinschaftsstand der AGOF-Dienstleister klar zu erkennen. Die Mehrzahl der Besucher erkundigte sich nach dem Stand der Umsetzung der Messung und Prüfung von Smartphone Apps durch die IVW und AGOF.

„Die verlässliche und standardisierte Messung der App-Nutzung ist für die Branche ein ganz zentrales Thema“, stellt INFOnline-Geschäftsführer Dirk Wippern fest. „Das mobile web erobert den Massenmarkt, und daran haben Apps einen erheblichen Anteil. Von daher wollen die Marktteilnehmer auch die App-Nutzung offiziell messen und publizieren. INFOnline arbeitet daher gemeinsam mit AGOF und IVW bereits intensiv am Aufbau einer standardisierten Nutzungsmessung.“

Denn bisher sind z.B. in Apples iTunes Store nur Downloadzahlen und Umsätze für die einzelnen Apps erhältlich, wie sich die Nutzung wiederum im einzelnen darstellt, erfährt man nicht. Sicher: einige Konzepter bauen heute schon Tracking-Methoden in die Apps ein – so wird transparent, welche Funktion oder Content wann und wo geklickt wurde. Die einfachste Methode sind trackbare Links oder Feedburner RSS Streams oder eben komplexere Verfahren, die aber schnell an die Grenzen des Datenschutzes grenzen dürften. Bereits jetzt kursieren im Web Listen mit Namen von Apps, die Spyware enthalten. Die Angst der Nutzer, unbemerkt ausspioniert zu werden ist also nicht vollkommen unbegründet.

Der Bedarf einer standardisierten Messung der App-Nutzung wird besonders dringlich, wenn es darum geht, verschiedene Apps, deren Nutzung und damit auch deren Erfolg zu vergleichen. Denn immer mehr Apps werden einmal heruntergeladen und dann vergessen bzw. nie mehr genutzt oder gar innerhalb kürzester Zeit wieder gelöscht.

Man darf also gespannt sein, wie es in Sachen App-Messung weitergeht und ob ggf. die Plattformbetreiber nicht selbst entsprechende Services anbieten.

3 thoughts on “Smartphone Apps: Ruf nach standardisierter Messung der App-Nutzung wird lauter

  1. Irgendwo sollte man schon den kommerziell gerichteten Add-Produzenten auch von Seiten des Datenschutzes eine Tracking-Form zulässig machen. Es sollte doch eigentlich eine Art Mittelweg geben.

    Im Moment gibt es wenige Alternativen zu Feldversuchen und diese sind teuer und daher für Mittelständler nicht tragbar.

    Wieder eine Vorlage die zum Bruch einlädt.

  2. Frank Huber says:

    Ich denke ein anonymisiertes Tracking wie im Web ist schon aufgrund der Charakteristik (eindeutig identifizierbares Endgerät mit nur einem Nutzer) der Smartphone-Nutzung nicht möglich. Hier muss Datenschutz und Interesse an der Erhebung der Nutzung klar abgegrenzt und geregelt werden. Ich bin selbst gespannt, welche Lösung sich da am Ende als erfolgreich erweist.

  3. jacky says:

    Also ich selbst möchte auch nicht über Tracking-Methoden “ausspioniert” werden. Natürlich sagt die Zahl der Downloads gar nichts über die wirkliche Nutzung aus ( vor allem kostenlose Apps werden so schnell wieder gelöscht), aber Tracking ist für mich nicht die Lösung. Da müssen sich die Leute da schon was besseres einfallen lassen, wo der Nutzer selbst auch anonym bleiben darf.

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