Media-Trends 2011: ein kleiner Blick in die Zukunft

Nachdem ich mich auch in diesem Jahr wieder sehr intensiv mit den Media-Trends in der Praxis auseinandersetzen durfte hier ein kleiner Blick in die Zukunft und ein paar Denkanstösse, wo die Reise hingehen könnte:

Das Jahr 2011 wird mobil – endlich wird nicht nur geredet, sondern das Smartphone ist beim User angekommen. Ob in der Premium-Variante als iPhone oder in der massenkompatiblen Android-Version. Das Smartphone als Kleinstrechner eröffnet dabei ganz neue Anwendungsmöglichkeiten. Mein Favorite: location-based services und dabei vor allem Indoor Positioning und Indoor Navigation. 80-90% unseres Leben bringen wir in geschlossenen Gebäuden zu – und dort gibt es kein GPS. Die aktuell verfügbaren Indoor Positioning und Indoor Navigation-Lösungen setzen v.a. auf Wifi und andere Verfahren zur Positionsbestimmung. Die kommerziellen Anwendungen sind so weitreichend, daß in USA bereits von einem Goldrausch gesprochen wird. Denn Geld wird meist in Gebäuden ausgegeben und die Transaktion als solche wird damit zu einem zentralen Element. Airports und Shopping Malls stechen dabei ins Auge, aber auch Messen und andere weitflächige Infrastrukturen sind “weiße Flecken” auf der Google-Landkarte. Es ist Zeit, das zu ändern …

Dabei spielen Empfehlungssysteme und das Erkennen der Vorliebe der Nutzer eine besondere Rolle. Hunch ist eine von Ex-MIT-Studenten entwickelte Vorsehungsmaschine, die Idee dazu hatte Flickr-Mitbegründerin Caterina Fake. Nach der Beantwortung von 20 Fragen, kann der Algo im Hintergrund sehr gut voraussagen, ob man seinen Toast gerne diagonal oder normal teilt. Online Shopping Anbieter und viele andere Plattformen gieren nach diesem Wissen, denn sie können dann exakt die Produkte vorschlagen, die der Nutzer gerade gerne mag und bevorzugt kauft. Die Gründerin Caterina Fake, die zuvor bereits Flickr mitbegründet und bei Yahoo Answers gearbeitet hat, glaubt, dass circa 40 Prozent der Themen monetarisiert werden können. Eine gute Rate – die kombiniert mit mobilen Anwendungen zu dem Frequenz- und Umsatzbringer für den stationären Einzelhandel werden könnte.

In eine vollkommen andere Richtung geht ein dritter Trend: Next Media Animation (NMA) bietet News-Videos von Ereignissen an, bei denen keine Kamera dabei war. Als Golfstar Tiger Woods nach einem Ehekrach seinen Van gegen einen Hydranten fuhr, gab es von dem Vorfall naturgemäß keine Fernsehbilder – bis sich die Next-Media-Animateure eine eigene Version des Vorfalls zusammenbastelten. Die ganze Story kriegt man darin geboten, vom Ehezank bis zum Autocrash, alles untermalt von einem hektischen chinesischen Kommentar aus dem Off. Der Clip wurde 2,6 Millionen Mal auf YouTube abgerufen.

Beispiele wie NMA, Groupon, Net-a-porter, etc. zeigen, daß die neuen Trends oft aus Bereichen kommen, die man so nicht vermutet hätte. Aber auch, daß gehypte Produkte und Services wie z.B. iPad Subskriptionen nicht so im Markt ankommen, wie erhofft und beschworen … In diesem Sinne dürfen wir sehr gespannt sein, was 2011 bringt – es bleibt also spannend, in diesem Sinne alles Gute und ein Frohes Neues Jahr 2011!

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