Der Buy-Button kommt auf immer mehr Plattformen – was tun als Händler?

Es war einmal: der lokale Handel kämpfte gegen die wachsende Konkurrenz und der eCommerce wurde als große Chance angesehen – insbesondere für den Mittelstand und KMU. Der Tipp so mancher Berater an den lokalen Händler lautete: “Eröffnen Sie doch auch einen Internet-Shop und profitieren Sie von dem riesigen Kuchen – bei dem Megatrend und wenn bald alle im Internet einkaufen ist Umsatz für alle da.” Doch aus dem digitalen Eldorado wurde oft all zu schnell ein finanzielles Fiasko. Hohe Rücksendequoten (von 50-70%), der unausweichliche Preisdruck (gefördert von Preisvergleichsportalen wie ideal0.de, guenstiger.de, etc.), hohe SEO-, Shop-Pflege-, Software- und Wartungskosten sorgten bei vielen Online-Shop-Betreibern für viel Verdruss und ein schnelles Aus. Übrig blieben im Rahmen der beinharten Verdrängungswettbewerb im eCommerce die stärksten und schnellsten Unternehmen. Doch auch denen droht nun neues Ungemach: immer mehr Plattformen erkennen das Potenzial ihres Traffic und monetisieren diesen am liebsten selbst.

Nachdem Twitter und Google schon länger mit dem Buy-Button experimentieren, von Facebook’s beständigen E-Commerce Ambitionen ganz zu schweigen, steigt nun auch Bilder-Plattform Pinterest im großen Stil ein und realisiert “buyable pins”. Instagram zog direkt nach mit dem “Shop Now”-Button. Die genannten Plattformen schneiden so den Weg des Users zu den Online-Shops ab und verkürzen so den Kauf auf einen Maus-Klick – und zwar dort, wo sich die User aufhalten. Ob dieser Mechanismus allerdings funktionieren wird, entscheiden die User. Denn die User Experience wird durch zu viele kommerzielle Postings und Werbeschaltungen durchaus beeinträchtigt. Zudem gibt es keinen Preisvergleich – ein Pin, ein Preis, das bedeutet das Ende der bei vielen Usern bereits eingeübten und gelernten Internet-Schnäppchenjagd.

Was können Händler tun? Nun Sie können nur versuchen durch intelligentere Formen der Ansprache, durch (Re-)Targeting, eigene Shopping-Accounts (z.B. auf Instagram und Pinterest), sowie Social Shopping und Social Commerce sowie Performance Marketing zu punkten. Billiger wird dadurch die Gewinnung eines (Neu-)Kunden nicht. Im Gegenteil: auch hier wird es kapitalintensiv. Denn um entsprechende Kampagnen zu launchen, bedarf es entsprechenden Know-Hows und v.a. entsprechender Budgets. Die zentrale eCommerce-Frage bleibt aber: Wie komme ich an den Kunden ohne meine komplette Marge zu verlieren und wie maximiere ich meinen Umsatz anschliessend?

Denn gerade im Internet mit seinen geringen Transaktionskosten und grenzenlosen Märkten macht nur Wachstum und Expansion Sinn. Oder die extreme Nische, in der das Wachstum aber von vornherein begrenzt ist und die zudem auch nie so sicher sein wird wie im lokalen Handel (wo es vor Ort keine Alternativen zum alteingesessenen Händler mit seinem Spezial-Sortiment wie z.B. orthopädische Schuhe gibt). Genauso wie damals beim Einstieg in den eCommerce, bedeuten die neuesten Entwicklungen, dass Händler sich nun online anpassen müssen. Konzeption und Strategie der eigenen Online-Aktivitäten müssen ständig analysiert und optimiert werden. Händler sollten dabei – zumindest anfangs – auf externe Experten zurückgreifen und sich auf das Kerngeschäft fokussieren, v.a. auch in Hinsicht auf die kommenden Herausforderungen wie z.B. mobile Commerce.

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