Instagram: Umstellung auf Algorithmus bedeutet das Ende des chronologischen Feeds – droht die Social Bubble?

Social Network Shooting Star Instagram macht in Kürze Schluß mit dem chronologischen Feed und stellt wie andere soziale Netwerk auf einen eigenen und geheimen Algorithmus um. Dieser Algorithmus soll sicherstellen das den Instagram-Usern das angezeigt werden soll, was sie potentiell am meisten interessiert. Nicht alle Benutzer dürften über diese Änderung glücklich sein.

Doch die Menge der Informationen bedarf auch der Selektion – mit steigenden Nutzerzahlen steigt auch die Menge der geposteten Informationen. Und die Timeline hat zwar Gummiregale, aber die Aufmerksamkeit der User ist eben halt nun mal begrenzt. Insofern ist ein Algorithmus die natürliche Folge des Wachstums eines jeden sozialen Netzwerks oder Services. Facebook setzt schon seit Jahren auf einen derartigen Algorithmus, Twitter hat sich kürzlich dafür entschieden.

Die Idee ist, dass Benutzern nicht mehr ungefiltert chronologisch alles angezeigt wird, was sich seit dem letzten Besuch bei den „Freunden“ verändert hat. Bei vielen Personen, denen man „folgt“, kann dies unübersichtlich werden. Stattdessen soll ein intelligenter Algorithmus die Tweets, Beiträge oder Bilder anzeigen, die den Benutzer potentiell am meisten interessieren – also beispielsweise von Freunden, deren Beiträge er besonders oft anklickt.

Ähnlich wie bei einer Suchmaschine die Relevanz wichtig ist, so ist analog dazu die Abbildung des Nutzerinteresses im Feed die entscheidende Größe. Da permanent aktiv ja keine Suchanfragen gestellt werden, muss der Algorithmus aus dem Nutzerverhalten (in diesem Falle des Freundesnetzwerks) der Vergangenheit auf die Zukunft schließen und den Feed entsprechend selektieren. Es entsteht also auch hier ein “Filter Bubble” oder besser gesagt “Social Bubble”-Problem.

Aktuell verpassten Instagram-Benutzer in ihren Feeds im Schnitt 70 Prozent aller Beiträge, da für viele einfach zu viele neue Bilder hinzukommen, um hinterher zu kommen. Darum besteht sicherlich Handlungsbedarf – die Frage ist nur, ob eine Lösung für alle trägt und inwieweit es nicht besser wäre, den Filtermechanismus den Usern selbst zu überlassen (und z.B. eigene Basis-Algos oder Premium-Algos zu erlauben). Instagram hat seine Vorgehensweise im eigenen Blog vorgestellt und ruft zu Feedback auf. Man darf gespannt sein, wie dieses ausfallen wird und zu welchen Nutzerreaktionen (auch in SMO-Hinsicht) die Umstellung führt.

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