Warum Bitcoin keine sinnvolle Währung ist und kein Geld sein kann

Bitcoin ist in aller Munde und in vielen digitalen Wallets. Doch des Kaisers (bzw. des Geldes) neue Kleider sind leider vollkommen unzureichend und letztendlich ein von IT-Nerds ausgedachtes Spielzeug, was nie unser aktuelles Geldsystem ersetzen kann. Denn Bitcoin steckt voller konzeptioneller Fehler und immanenter Mängel, die einem Volkswirt wie mir natürlich sofort aufgefallen sind und die es gilt einmal näher anzuschauen.

Fehler Nr. 1: Die Anzahl generierter Bitcoins ist nach oben hin begrenzt. Das bedeutet, dass die #Geldmenge dieser Kryptowährung begrenzt ist und jeder Bitcoin mit jedem Tag automatisch mehr wert wird. Selbst Ersatzgeld wie Gold wird tagtäglich neu gefördert – was auch dringend nötig ist im Falle von Geld, denn nur so kann man eine Deflation vermeiden. Um den Geldwert stabil zu halten, bedarf es einer Geldpolitik und einer Regulierung der Geldmenge. Wenn nur die Umlaufgeschwindigkeit regelbar ist, reicht dies nicht aus. Schwerwiegende Verwerfungen sind die Folge und mithin ein erratische, krisenanfällige Entwicklung des Bitcoin-Geldwerts, der potenziell im Krisenfall bis zum Totalverlust führen kann.

Fehler Nr. 2: Auf der ganzen Welt können aktuell nur 7 Bezahlvorgänge/Transaktionen pro Sekunde mit Bitcoin durchgeführt werden.
Ein extremer Flaschenhals, Bitcoin skaliert nicht und ist daher als Geld für Käufe und Verkäufe im praktischen Leben für alle User nicht nutzbar. Es ist analog zu Gold etwas zum Kaufen und zum Weglegen. Aber bitte keine Kryptowährung – eher ein Kryptosarg.

Fehler Nr. 3: Bitcoins unterliegen enormer Volatilität
Die Schwankung des Bitcoin-Preises sind extrem, Bitcoins sind ein Anlagevehikel für Spekulanten und Kriminelle geworden. Würden Sie in so eine unseriöse Währung investieren? Zudem kennt Bitcoin keine zentrale Steuerung, kein Garant für seine Stabilität oder Existenz – schon morgen kann sich Bitcoin mittels “Fork” aufspalten und komplett neu und anders entwickeln. Niemand kann diese Entwicklung kontrollieren oder steuern – Sackgassen der Evolution zum Schaden der Nutzer drohen jederzeit. Zudem besteht unter den “Kryptowährungen” eine enorme Konkurrenz – jeder mittelmäßige Programmierer kann seinen Coin schaffen. Die Eintrittsbarrieren sind extrem niedrig. Ein Eldorado für Hasardeure und Goldgräber aller Art, aber kein Hort von Sicherheit und Stabilität, wie man es von Geld erwartet.

Fehler Nr. 4: Bitcoins existieren ausschließlich rein virtuell, ist der Server aus (oder das Password gehackt), ist das schöne virtuelle Geld weg
Der innere Wert von Bitcoins ist wie bei Papiergeld gleich Null. Es ist reine heiße Luft, bzw. Bits & Bytes. Fällt eines Tages der Strom oder der Rechner bzw. das Smartphone aus, ist das “Geld” weg. Aus und vorbei. Mit Papiergeld konnte man wenigstens noch den Ofen anheizen oder die Wände tapezieren – mit Bitcoins ist nicht mal das möglich. Es gibt also keinen Bitcoin-Tauschwert im Krisenfall – am Ende bleibt eine schöne Illusion, so etwas wie “Geld” besessen zu haben.

Fehler Nr. 5: Die Konkurrenz der Kryptowährungen
Bitcoin ist bereits auf dem Rückzug, was den Marktanteil bzw. Dominanz des Marktes angeht. Viele Jäger sind des Hasen (oder Geldes) Tod. Jeden Tag entstehen neue Coins und “Kryptowährungen” – an dieser Stelle seien nur Ethereum, Dash, Litecoin, Ripple, etc. als Altcoins genannt. Ein wildes Hauen und Stechen, ein Dschungel an neuen Währungen entsteht, der von Undurchsichtigkeit und Intransparenz geprägt ist. Ein vollkommen unregulierter Markt. Niemand kümmert sich um die Rechte des Verbrauchers, Wild-West-Stimmung allerorten. Hier zu investieren ist ein Vabanque-Spiel. Aber endlich hat sich die von vielen herbeigesehnte Hayek’sche Konkurrenz privaten Geldes und die Entnationalisierung des Geldes “materialisiert” – allerdings in Form eines riesigen Computerspiels ohne jeglichen realen Bezug. Ein Casino, in dem Ahnungslose gegen Gegner mit unendlich vielen ungedeckten Cheques spielen – und eines Tages in digitalen Unterhosen dastehen werden. Sie haben nämlich ihr gutes Geld gegen wertlose “Kryptowährungen” getauscht. Erst jetzt wissen Sie, was Fiat-Geld wirklich bedeutet.

Mein Fazit: diese “#Bitcoin #Flaws” sind seit Jahren bekannt und die Nachteile wurden schon 2011 analysiert, offengelegt und diskutiert. Dumm nur, wenn User trotzdem kaufen wie verrückt und in die Krypto-Falle gehen. Trotz der vielen systematischen und konzeptionellen Fehler (mal vom Fehlen z.B. eines Zinsmechanismus ganz abgesehen). Wer davon profitiert? Die early adopter natürlich, die investiert sind und früh genug eingestiegen sind – wer jetzt noch kommt, droht skalpiert zu werden.

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