Digitalisierung im Fitnessstudio: so werden Studiobetreiber fit für die Zukunft

Die Wertschöpfung im Fitnessstudio wird zunehmend digitalisiert. Verschiedene Anbieter unterstützen Betreiber bei der Digitalisierung ihrer Trainingsorganisation und bietet ihnen die komplette Infrastruktur, um sich zu einem vernetzten Studio zu entwickeln: Modernste vollelektronische Kraftgeräte für das Trainieren aller großen Muskelgruppen, unterschiedliche Software-gestützte Trainingsmethoden auf dem neuesten sportwissenschaftlichen Stand und Trainer Apps sorgen für perfekte Mitgliederbetreuung.

Alle Komponenten sind im Idealfall optimal aufeinander abgestimmt. Dadurch erreichen die Mitglieder ihre persönlichen Trainingsziele deutlich zuverlässiger, und die Studiobetreiber steigern mittels digitaler Anwendungen ihre Umsätze.

Doch die Konkurrenz schläft nicht: zahlreiche Anbieter bieten umfangreiche digitale Angebote an, die das Studio obsolet machen. Was also tun, wenn der potenzielle Kunde plötzlich auf Freeletics schwört oder sich nur noch im Online-Fitnessraum.de tummelt? Da hilft nur eins: voll auf Digitalisierung setzen und die eigene Stärken für die Positionierung vor Ort nutzen. Die Verzahnung von On- und Offline-Komponenten ist dabei ganz wichtig.

Das Münchner Sport-Tech-Startup eGym vernetzt z.B. Trainingsgeräte miteinander: Die Informationen fließen in der Cloud des Unternehmens zusammen. Sportler und Trainer können dadurch die Leistung der Trainierenden via App verfolgen und auswerten. Diese Trainingsdokumentation ist laut eGym von nun an auch in der Netpulse-App verfügbar. Der US-amerikanische Anbieter hat nach eigenen Angaben weltweit Tausende Kunden, darunter US-Ketten wie Planet Fitness, Gold’s Gym und 24 Hour Fitness sowie europäische Studioketten.

Die Europäische Investitionsbank (EIB) stellt dem Fitness-Startup eGym erst kürzlich 25 Millionen Euro zur Verfügung. Das Geld stammt aus dem Europäischen Fonds EFSI, der insgesamt 21 Milliarden Euro groß ist. Von EIB-Seite heißt es, eGym habe sich aufgrund seines raschen Wachstums für das Darlehen qualifiziert. Das Startup wurde 2012 von Florian Sauter und Philipp Rösch-Schlanderer in München gegründet.

Wie die Digitalisierung die Fitness-Branche verändert, beschreibt Pierre Ammann, der 30 Fitness-Studios in der Schweiz leitet ganz eindrucksvoll auf der ISPO: „Fitnesspläne auf Papier sind absolut überholt“.

Nicht alles, was die Digitalisierung mit sich bringt, sieht Ammann aber ausschließlich positiv. Gerade was die körperliche Fitness angeht sei etwa im Internet Vorsicht angebracht. „Auf Instagram zum Beispiel sieht man manchmal Übungen eingestellt von Personen, die keinerlei professionelle Trainerausbildung haben und das teilweise sogar offen sagen.“ Ein freies Training kann also trotz App und einer aktiven Peer Group mehr schaden als nutzen.

Also doch zurück ins Studio? Wer auf eine professionelle Betreuung, gute Infrastruktur und moderne Dienstleistungen Wert legt, der wird kaum eine andere Wahl haben (es sei denn er kann sich einen entsprechend ausgestatteten, professionellen Personal Trainer leisten). Apps und digitale Services helfen dabei nicht nur die Kundenbindung zu erhöhen, sie erlauben auch individuelle Trainingspläne zu erstellen, den Trainingsstand zu erfassen und Fortschritte zu dokumentieren. Vernetzte Services, die Verbindung von Ernährungs- und Bewegungskonzepten, sowie die individuelle Betreuung bieten dabei eine ideale Basis für die Weiterentwicklung vorhandener Fitnesskonzepte.

Die Trainingsfläche wird nie digital werden, aber die Digitalisierung wird das Fitnessstudio der Zukunft prägen. Es bleibt also spannend wie sich die skizzierten Trends tatsächlich auswirken, aber eines ist sicher: der Siegeszug des Smartphones wird eine ganze Reihe neuer Apps und Anwendungsmöglichkeiten mit sich bringen, die bei weitem noch nicht ausgeschöpft sind. An dieser Stelle sei nur das Stichwort “Wearables” und mobile Analyse-Devices (siehe z.B. Dynostics) erwähnt und eine Fülle neuer Quellen für die Datenströme der Zukunft.

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