Was unterscheidet Digitalisierung eigentlich von Digitaler Transformation?

Die Begriffe Digitalisierung und Digitale Transformation werden des öfteren als Synonyme benutzt. Doch genauer betrachtet handelt es sich bei den beiden Begriffen um grundsätzlich ganz verschiedene Begriffe. Digitalisierung an sich beschreibt zunächst lediglich den Prozess um analoge Medien in bits und bytes zu verwandeln, damit diese in digitaler Form verfügbar sind. Das können dies Filme, Bilder und vieles mehr sein. Dabei werden aber immer analoge und physisch vorhandene Produkte digital abgebildet, kopiert oder übertragen. Das (analoge) Original bleibt dabei erhalten.

Im Geschäftsalltag kann Digitalisierung bedeuten Dokumente wie Rechnungen, Archive, Produkte zu digitalisieren und diese für die Verarbeitung, Speicherung oder zum teilen zu verwenden. Das einfachste Beispiel ist der Scan einer Rechnung und “Verwandlung” in ein PDF. Zusätzlich können beispielsweise OCR-/Bilderkennungsprogramme genutzt werden um Inhalte von Formularen auszulesen und diese ins System zu übernehmen.

Fortgeschrittenere Formen der Digitalisierung gehen weiter: auf den eigentlichen Vorgang der Umwandlung in ein digitales Format erfolgt ein weiterer Prozessschritt der Automatisierung (z.B. Texterkennung und Umwandlung in ein Word-Dokument). Weit verbreitet ist es auch bestehende Prozesse digital abzubilden oder diese zu automatisieren, um Arbeitsschritte zu sparen (Serien-Scan mit Texterkennung). Oft verwenden Unternehmen schon den Begriff der Digitalisierung, wenn sie ihre Prozesse digitalisieren und automatisieren. Ein weiteres Beispiel aus der Logistik für solch einen automatischen Prozess wäre zum Beispiel: ein Auftrag wird erstellt, das Versandlabel wird erstellt, die Rechnung verschickt und das Lager kontaktiert, um den Versand vorzubereiten. So können komplette Prozesse in einem einzigen automatischen Workflow umgewandelt werden.

Die Digitale Transformation basiert zwar auf den neu gewonnen Möglichkeiten der Digitalisierung. Jedoch geht das Verständnis wesentlich weiter. So werden in der digitalen Transformation Lösungen gesucht oder Probleme neu und anders betrachtet, um sie mit Hilfe von Technologie besser zu lösen.  So wird Papier nicht einfach digitalisiert und dann verarbeitet, sondern es wird z.B. analysiert, ob man den Prozess überhaupt noch braucht oder ob dieser nicht mit Hilfe einer neuen Technologie vereinfacht werden kann. Ein Beispiel aus der Versicherungswirtschaft: ein Schadensformular wird nicht mehr gescannt und mit OCR ausgelesen, sondern vor Ort wird per Tablet eine Schadenaufnahme gemacht und der fertige Schadenbericht per PDF binnen weniger Minuten an alle Beteiligten versendet.

Digitale Transformation kann man daher als das kreative Lösen von Problemen mit den bestmöglichen technischen Mitteln bezeichnen. Im Kern geht es bei der Digitalen Transformation um eine Optimierung bestehender Prozesse mit dem Ziel, die Wertschöpfung im Unternehmen zu erhöhen. Das spielen auch Themen wie „Agile Softwareentwicklung“, „Design Thinking“, „Brainstorming“, Kreativitätstechniken und anderen neuen Arbeitsweisen zu, da diese gebraucht werden, um die Probleme differenziert zu betrachten und kreative Lösungen zu finden. Sobald man ein Verständnis für diese Themen hat, kann man diese auch mit technischen Mittel lösen und neue Technologien nutzen.

Zentral ist dabei stets die strategische Ausrichtung: nur wer die Richtung kennt, kann den richtigen Weg gehen. Insofern kommt der Strategischen Innovation in allen Prozessen der Digitalisierung und Digitalen Transformation ein ganz wichtige Bedeutung zu.

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