Kritische Erfolgsfaktoren der Digitalen Transformation

Die Digitale Transformation ist in aller Munde – aber wie wird ein Erfolg daraus? Denn inzwischen hat sich der Großteil der Unternehmen – mehr oder weniger entschlossen – auf den Weg in die digitale Zukunft gemacht. Oft aus Überzeugung, manchmal auch erst unter dem Druck der Konkurrenz, der Investoren, Banken oder anderer Shareholder. Warum auch immer: in allen Fällen kommt es für das Management darauf an, zu liefern und die Transformation zu einem Erfolg zu führen.

Waren es früher traditionelle Wettbewerber, sieht die Konkurrenz im Zeitalter der digitalen Transformation anders aus: global tätige Player wie Google, Amazon oder Apple und mehr und mehr agile Startups, wie beispielsweise der Online-Community-Marktplatz airbnb oder Musikstreaming-Anbieter Spotify, haben über die Jahre massiv von der ersten Phase der Digitalisierung profitiert und sich einen Vorsprung erarbeitet, den es aufzuholen gilt. Sie zeichnen sich durch Faktoren wie hohe Risikobereitschaft, extreme Testing-Mentalität, schnelle Umsetzung, 100%ige Nutzerzentrierung und einer gewissen Radikalität (s.a. das Stichwort “Disruption“) aus, vor denen Unternehmen teilweise immer noch zurückschrecken.

War es vor zehn Jahren noch die Globalisierung, verändert heute die Digitale Transformation die Wertschöpfungskette und Unternehmensstrukturen des deutschen Mittelstands, führender DAX-Konzerne sowie der gesamten Gesellschaft maßgeblich. Sogar öffentliche Institutionen, Ämter und Behörden sind “betroffen”. Durch die weltumspannende Vernetzung bleibt so gut wie keine Branche und kein Bereich unberührt. Selbst die so oft beschriebene “Offline-Pommesbude” ist vor schlechten Bewertungen im Internet und Social Media Shitstorms sicher.

Unternehmen müssen sich, bedingt durch die digitale Transformation, einer neuen Herausforderung stellen, ihr Geschäftsmodell anpassen, gegebenenfalls weiterentwickeln, in andere Richtungen denken. Das ist nicht ganz einfach und bestimmt kein Spaziergang. Denn es bedarf des entsprechenden Digital-Management-Know-Hows und des Umsetzungswillens auf allen Ebenen. Ein professionelles Change Management und eine organisatorische Verankerung werden dabei vorausgesetzt.

Im Prinzip müssen fünf zentrale Regeln befolgt werden, um die Herausforderungen der Digitalen Transformation zu bewältigen:

  1. Digitalisierung und Digitale Transformation sind eine Aufgabe des Top-Managements
  2. Digitalprojekte müssen zunächst außerhalb des Unternehmens, im geschützten Raum entwickelt, getestet und prototypisch umgesetzt werden
  3. Radikal nutzerzentriertes Arbeiten mit Design-Thinking-Methoden
  4. Entwicklung von Digitalprodukten nach dem Lean Startup-Ansatz
  5. Mitarbeiter mit einer unternehmerischen Digitalkompetenz und Startup-DNA

In der Praxis bedeutet dies ein oft radikales Umdenken. Erfolge der analogen Vergangenheit sind keine Garantie für Erfolge in der digitalen Zukunft. Denn die Erfolgsquote der Transformationsprojekte ist und bleibt bescheiden: Der Finanzsektor weist eine Quote von 29 Prozent auf. Im Handel sind immerhin 28 Prozent der Projekte erfolgreich, während es im Maschinenbau nur 21 Prozent sind und im Gesundheitswesen gar nur 14 Prozent, zeigt der Fujitsu Global Digital Transformation Survey Report 2018.

Die befragten 1500 Entscheider aus großen und mittleren Unternehmen haben sechs kritische Erfolgsfaktoren für die digitale Transformation genannt: Leadership, Mitarbeiter, Agilität, Business Integration, Ecosystem und Datenanalyse. Unternehmen, deren Digitalisierungsprojekte erfolgreich waren, weisen auf allen sechs Feldern deutlich höhere Kapazitäten auf als Unternehmen mit mäßigem oder bisher keinem messbaren Erfolg. Besonders groß ist der Unterschied bei den Ecosystemen, der Agilität und den Mitarbeitern, also den Feldern, in denen sich traditionelle Unternehmen besonders schwer tun. Sie sind auf interne Prozesse fokussiert und denken kaum an den Aufbau von Plattformen oder Ecosystemen und sie haben Mühe, ihre Organisation agil zu machen.

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Genau diese genannten Punkte machen auch den Unterschied zwischen Digitalunternehmen und traditionellen Unternehmen aus. Digitalunternehmen punkten in allen sechs kritischen Erfolgsfaktoren besser als ihre analogen Wettbewerber. Auch hier gilt: Die größten Unterschiede sind bei Ecosystemen, Agilität und Mitarbeitern zu beobachten. Entsprechend ist der Nachbesserungsbedarf der analogen Wettbewerber in diesen Punkten besonders hoch, um im Wettbewerb mithalten zu können.

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Die meisten Unternehmen verstehen Digitale Transformation als Erhöhung der Effizienz und Senkung der Kosten. Vor allem im Maschinenbau und im Gesundheitswesen ist dieses Motiv stark ausgeprägt. Wachstum zu generieren liegt in den meisten Branchen erst auf Rang 2; lediglich im Handel genießt Wachstum die höchste Priorität. Für jedes einzelne Unternehmen gilt es daher die Ziele im Rahmen der Digitalen Transformation festzulegen. “Lean and mean” vs. “Grow to be great” – wo die Reise hingehen soll, bestimmt das Management. Am weitesten auf der digitalen Reise ist der Finanzsektor, er hat sozusagen Vorbildfunktion. Neun von zehn Unternehmen in dieser Branche planen, testen oder implementieren Digital Transformation-Projekte. Hier werden auch die meisten erfolgreichen Projekte durchgeführt und die besten Ergebnisse erzielt.

Alle Führungskräfte sind sich einig, daß Künstliche Intelligenz (KI) immer wichtiger wird und einen entscheidenden Einfluss auf ihre Branche, Organisationen und die Gesellschaft haben wird. Die Mehrheit der Befragten ist positiv gegenüber der zukünftigen Entwicklung eingestellt. 68% denken, daß in Zukunft Menschen und KI gut und kooperativ zusammenarbeiten werden. 61% sind davon überzeugt, daß KI neue Jobs schafft und nicht zu einem radikalen Arbeitsplatzabbau führt. 61% der befragten Führungskräfte denken, daß sich eine “AI native generation”, die von Kindheit im Umgang mit AI/KI geübt ist, entstehen wird und sich so durch eine reibungslose Adaption eine bessere Zukunft realisieren lässt.

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