21 Nov

Künstliche Intelligenz: China, USA oder Deutschland – wer ist führend?

China will bis 2030 führend im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) werden. Auf der Weltkonferenz für künstliche Intelligenz in Shanghai machen China und die USA die Zukunft unter sich aus – von Deutschland oder Europa so gut wie keine Spur. Höchste Zeit also, sich einmal die weltweit führenden Player genau anzusehen. Klar ist: zwischen den Vereinigten Staaten und China läuft ein Wettlauf darum, wer Künstliche Intelligenz (KI) schneller entwickelt und auf mehr Feldern in praktische Anwendungen überführen kann.

Eric Schmidt, lange Jahre Chef des Tech-Konzerns Google und immer noch Vorsitzender des Innovations-Beirats des amerikanischen Verteidigungsministeriums, mahnte schon im vergangenen Herbst: Wenn Amerika nicht mehr unternehme in der KI, werde das Land noch „über die nächsten fünf Jahre führend bleiben“, bevor China „extrem schnell“ aufholt. „Sie (die Chinesen) sind dabei, diese Technologie für kommerzielle und militärische Ziele zu verwenden, mit allen möglichen Folgen.“

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14 Nov

Kritische Erfolgsfaktoren der Digitalen Transformation

Die Digitale Transformation ist in aller Munde – aber wie wird ein Erfolg daraus? Denn inzwischen hat sich der Großteil der Unternehmen – mehr oder weniger entschlossen – auf den Weg in die digitale Zukunft gemacht. Oft aus Überzeugung, manchmal auch erst unter dem Druck der Konkurrenz, der Investoren, Banken oder anderer Shareholder. Warum auch immer: in allen Fällen kommt es für das Management darauf an, zu liefern und die Transformation zu einem Erfolg zu führen.

Waren es früher traditionelle Wettbewerber, sieht die Konkurrenz im Zeitalter der digitalen Transformation anders aus: global tätige Player wie Google, Amazon oder Apple und mehr und mehr agile Startups, wie beispielsweise der Online-Community-Marktplatz airbnb oder Musikstreaming-Anbieter Spotify, haben über die Jahre massiv von der ersten Phase der Digitalisierung profitiert und sich einen Vorsprung erarbeitet, den es aufzuholen gilt. Sie zeichnen sich durch Faktoren wie hohe Risikobereitschaft, extreme Testing-Mentalität, schnelle Umsetzung, 100%ige Nutzerzentrierung und einer gewissen Radikalität (s.a. das Stichwort “Disruption“) aus, vor denen Unternehmen teilweise immer noch zurückschrecken.

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13 Nov

Strategische Innovation: intern oder extern – wo werden Innovationen eigentlich geschaffen?

Was lassen sich deutsche Unternehmen einfallen, um die digitale Transformation ihres Geschäfts erfolgreich anzugehen? Dieser Frage widmet sich eine Studie der TU München im Auftrag der HypoVereinsbank. Während im Silicon Valley gern neu und groß gedacht wird, bevorzugen Ingenieure, Designer und Entwickler zwischen Flensburg und Füssen den Fortschritt in eher niedriger, aber steter Dosierung.

Die Befragung der HypoVereinsbank zeigt: Mehr als zwei Drittel der deutschen Führungskräfte beschreiben den Digitalisierungsprozess in ihrem Unternehmen eher als inkrementell, also durch aufeinanderfolgende Schritte geprägt. Weniger als ein Drittel spricht von Disruption, also der schlagartigen Abkehr von bisherigen Geschäftsmodellen oder Produkten, um mit dem „next big thing“ richtig abzuräumen. Es ist wie der Gang über ein Drahtseil zwischen zwei steilen Felsklippen: Wie viel Risiko ist möglich, um es schnell auf den Gipfel zu schaffen – und wie viel Sicherheit nötig, um nicht in den Abgrund zu stürzen?

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09 Nov

Wo die Deutschen 2018 im Internet nach Weihnachtsgeschenken suchen – und wo sie diese online kaufen

Das 4. Quartal ist traditionell in vielen Branchen das stärkste Quartal. Wo die Deutschen 2018 im Internet nach Weihnachtsgeschenken suchen ist daher sehr interessant und noch interessanter ist, wo sie sie diese online dann auch kaufen. Zwei aktuelle Studien zeigen nun, wie wichtig E-Commerce für das Jahresendgeschäft inzwischen ist.

Dabei fällt eines ins Auge: der stationäre Handel ist (so gut wie) tot. Nur noch sechs Prozent der Deutschen kaufen ausschließlich im stationären Handel. Die wichtigste Anlaufstation im Netz ist der Onlineriese Amazon. 94 Prozent aller Verbraucher wollen für ihre Weihnachtseinkäufe Online-Kanäle nutzen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des E-Commerce-Dienstleisters Diva-E. Die Mehrheit (62 Prozent) der rund 1.000 Befragten wollen sowohl im Netz als auch im stationären Handel Geschenke kaufen, immerhin jeder vierte Deutsche kauft aber bereits ausschließlich oder überwiegend im Internet ein.

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19 Apr

Donald Trump, das digitale Handelsdefizit und der globale Kampf um die Zukunft

US-Präsident Trump und Chinas Führungseliten verschärfen den Kampf der Volkswirtschaften. Es geht um viel und um die Vorherrschaft in einer Welt, die einem immer schnelleren Wandel unterliegt. Trumps Weg der Abschottung und “America First”-Strategie scheint aber nicht besonders gut überlegt zu sein.

Denn wie Christoph Bornschein im manager-magazin (Abo-/Kauf-Content) betont, ist gerade das digitale Handelsdefizit ein Beweis, daß die USA sehr erfolgreich durch und mit dem Freihandel geworden sind. Die US-Freihandelsstrategie sieht der Agenturchef als Bedrohung für Europa und seinem Appell “Die Europäer müssen zusammenarbeiten, um endlich aus der Anwenderecke zu kommen” kann man nur zustimmen. Trump und das digitale Handelsdefizit zeigt, wo Europa aufholen muss.

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15 Oct

WeChat: die innovative Killer-App aus China mit dem Potenzial zur One-Stop-Plattform

Chinesen können nur kopieren – ein leider immer noch weit verbreitetes Vorurteil. Höchste Zeit, damit aufzuräumen, denn heute kommen die Killer-Apps aus China. Bestes Beispiel: WeChat, eine App, die mal als Messenger App wie WhatsApp angefangen hat und sich in China rasant verbreitet und ständig neue Funktionen gewinnt. Aktuelle Nutzerzahl: über 800 Millionen monatlich aktive Nutzer (MAU) weltweit. Die Company dahinter (Tencent, WKN: A1138D / ISIN: KYG875721634) zählt mit über 200 Milliarden Dollar zu den 25 wertvollsten Unternehmen der Welt.

Doch was macht WeChat aus, was macht die App so erfolgreich und zur Killer-App? WeChat ist das Schweizer Taschenmesser für den digitalen Alltag – und kann weit mehr als jede uns im Westen bekannte Messenger-, Shopping- oder Payment-App. WeChat ist eben alles zusammen: WhatsApp, Skype, Instagram, Facebook, Amazon, Uber und Lieferando. Strategisches Ziel von Tencent-Chef Pony Ma: WeChat soll die One-Stop-Plattform werden, die jeder täglich nutzt – am liebsten rund um die Welt und rund um die Uhr.

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20 Jun

Warum es Zeit für eine neue Internet-Revolution ist

Die rasante Entwicklung des Internets in den vergangenen zehn Jahren und die Entstehung des Web 2.0 sind von einer ganzen Reihe von Charakteristika geprägt, die tiefgreifende Fragen aufwerfen. Fragen, die nicht nur volkswirtschaftliche, sondern vor allem politische Bedeutung haben. Leider wird die Debatte jedoch meist von Technikern und Informatikern und deren Visionen technischer Machbarkeit und technologischer Innovationen in der Öffentlichkeit bestimmt.

Ein Vortrag Jaron Lanier in San Francisco hat mich aber für das Spannungsfeld Technologie und Politik sensibilisiert, denn die derzeit als allgemein gegeben hingenommene Internetarchitektur bringt einige unverwünschte Effekte mit sich, die bisher zu oft nur beschrieben und zu wenig analysiert wurden. Denn die derzeit herrschenden technologischen und ökonomischen Grundlagen bevorzugen bestimmte Business-Modelle und verhindern die Realisierung eines “humanistischen Designs”, so wie es Ted Nelson z.B. mit seinem Konzept der Transliteratur (Projekt Xanadu) vertritt.

Gerade heute mit dem Aufkommen von 3D Interfaces und UI-Technologien (Erinnerst du dich noch an Tom Cruise in Minority Report?), wäre zumindestens hardwareseitig die Grundlage für eine vollkommen neue Strukturierung der Informationswelt in der wir leben, eine echte Herausforderung, der wir uns stellen und die wir als Chance für einen Aufbruch in ein kreativeres und gerechteres Informationszeitalter nutzen sollten.

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01 Feb

Apple iPad gegen Amazon Kindle – der Kampf um den E-Book-Standard und E-Book-Reader der Zukunft

Apple iPad gegen Amazon Kindle – der Kampf um den E-Book-Standard und E-Book-Reader der Zukunft geht in die erste Runde. Die Kontrahenten setzen dabei auf eine Menge netzwerkökonomischer Erkenntnisse, um sich Vorteile zu sichern. Der erste Schritte: ein proprietäres und nicht-interoperables Format schaffen. Der zweite Schritt: Buchverlage für sich gewinnen und Schwellenpreise zum Anlocken von Nutzern und zum Erreichen einer kritischen Masse einsetzen. Der dritte Schritte: die Gerätepreise senken, um schnellstmöglich viele Endgeräte zu verkaufen.

Amazon war bisher mit seiner Strategie ziemlich erfolgreich (1 Million verkaufe Endgeräte), doch Apple wird nicht zögern und mit dem attraktiverem Endgerät beim Nutzer punkten. Der Schlagabtausch in den kommenden Wochen dürfte spannend werden. Schon wechseln erste Buchverleger die Fronten und wechseln zu Apple. Mal sehen wie Amazon reagiert – Preiserhöhungen dürften ausgeschlossen sein und wie schnell sich ein Colour Kindle mit neuen Features realisieren lässt, steht auch in den Sternen.

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