19 Apr

Donald Trump, das digitale Handelsdefizit und der globale Kampf um die Zukunft

US-Präsident Trump und Chinas Führungseliten verschärfen den Kampf der Volkswirtschaften. Es geht um viel und um die Vorherrschaft in einer Welt, die einem immer schnelleren Wandel unterliegt. Trumps Weg der Abschottung und “America First”-Strategie scheint aber nicht besonders gut überlegt zu sein.

Denn wie Christoph Bornschein im manager-magazin (Abo-/Kauf-Content) betont, ist gerade das digitale Handelsdefizit ein Beweis, daß die USA sehr erfolgreich durch und mit dem Freihandel geworden sind. Die US-Freihandelsstrategie sieht der Agenturchef als Bedrohung für Europa und seinem Appell “Die Europäer müssen zusammenarbeiten, um endlich aus der Anwenderecke zu kommen” kann man nur zustimmen. Trump und das digitale Handelsdefizit zeigt, wo Europa aufholen muss.

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15 Oct

WeChat: die innovative Killer-App aus China mit dem Potenzial zur One-Stop-Plattform

Chinesen können nur kopieren – ein leider immer noch weit verbreitetes Vorurteil. Höchste Zeit, damit aufzuräumen, denn heute kommen die Killer-Apps aus China. Bestes Beispiel: WeChat, eine App, die mal als Messenger App wie WhatsApp angefangen hat und sich in China rasant verbreitet und ständig neue Funktionen gewinnt. Aktuelle Nutzerzahl: über 800 Millionen monatlich aktive Nutzer (MAU) weltweit. Die Company dahinter (Tencent, WKN: A1138D / ISIN: KYG875721634) zählt mit über 200 Milliarden Dollar zu den 25 wertvollsten Unternehmen der Welt.

Doch was macht WeChat aus, was macht die App so erfolgreich und zur Killer-App? WeChat ist das Schweizer Taschenmesser für den digitalen Alltag – und kann weit mehr als jede uns im Westen bekannte Messenger-, Shopping- oder Payment-App. WeChat ist eben alles zusammen: WhatsApp, Skype, Instagram, Facebook, Amazon, Uber und Lieferando. Strategisches Ziel von Tencent-Chef Pony Ma: WeChat soll die One-Stop-Plattform werden, die jeder täglich nutzt – am liebsten rund um die Welt und rund um die Uhr.

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20 Jun

Warum es Zeit für eine neue Internet-Revolution ist

Die rasante Entwicklung des Internets in den vergangenen zehn Jahren und die Entstehung des Web 2.0 sind von einer ganzen Reihe von Charakteristika geprägt, die tiefgreifende Fragen aufwerfen. Fragen, die nicht nur volkswirtschaftliche, sondern vor allem politische Bedeutung haben. Leider wird die Debatte jedoch meist von Technikern und Informatikern und deren Visionen technischer Machbarkeit und technologischer Innovationen in der Öffentlichkeit bestimmt.

Ein Vortrag Jaron Lanier in San Francisco hat mich aber für das Spannungsfeld Technologie und Politik sensibilisiert, denn die derzeit als allgemein gegeben hingenommene Internetarchitektur bringt einige unverwünschte Effekte mit sich, die bisher zu oft nur beschrieben und zu wenig analysiert wurden. Denn die derzeit herrschenden technologischen und ökonomischen Grundlagen bevorzugen bestimmte Business-Modelle und verhindern die Realisierung eines “humanistischen Designs”, so wie es Ted Nelson z.B. mit seinem Konzept der Transliteratur (Projekt Xanadu) vertritt.

Gerade heute mit dem Aufkommen von 3D Interfaces und UI-Technologien (Erinnerst du dich noch an Tom Cruise in Minority Report?), wäre zumindestens hardwareseitig die Grundlage für eine vollkommen neue Strukturierung der Informationswelt in der wir leben, eine echte Herausforderung, der wir uns stellen und die wir als Chance für einen Aufbruch in ein kreativeres und gerechteres Informationszeitalter nutzen sollten.

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01 Feb

Apple iPad gegen Amazon Kindle – der Kampf um den E-Book-Standard und E-Book-Reader der Zukunft

Apple iPad gegen Amazon Kindle – der Kampf um den E-Book-Standard und E-Book-Reader der Zukunft geht in die erste Runde. Die Kontrahenten setzen dabei auf eine Menge netzwerkökonomischer Erkenntnisse, um sich Vorteile zu sichern. Der erste Schritte: ein proprietäres und nicht-interoperables Format schaffen. Der zweite Schritt: Buchverlage für sich gewinnen und Schwellenpreise zum Anlocken von Nutzern und zum Erreichen einer kritischen Masse einsetzen. Der dritte Schritte: die Gerätepreise senken, um schnellstmöglich viele Endgeräte zu verkaufen.

Amazon war bisher mit seiner Strategie ziemlich erfolgreich (1 Million verkaufe Endgeräte), doch Apple wird nicht zögern und mit dem attraktiverem Endgerät beim Nutzer punkten. Der Schlagabtausch in den kommenden Wochen dürfte spannend werden. Schon wechseln erste Buchverleger die Fronten und wechseln zu Apple. Mal sehen wie Amazon reagiert – Preiserhöhungen dürften ausgeschlossen sein und wie schnell sich ein Colour Kindle mit neuen Features realisieren lässt, steht auch in den Sternen.

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