07 Sep

Neue Geschäftsmodelle suchen und finden: von der Strategie zur taktischen Umsetzung

In meinem Blogbeitrag “Strategisches Management: Neue Geschäftsmodelle im Zeitalter “Digitaler Transformation” und “Disruption” habe ich beschrieben warum es heutzutage von zentraler Bedeutung ist, sein Geschäftsmodell sofort anzupassen, wenn der Wettbewerb beginnt, die eigene Strategie und das Geschäftsmodell zu kopieren. Denn dann wenn Umsätze und Gewinne erodieren ist Gefahr im Verzug und meist keine Zeit mehr koordiniert und effizient zu handeln. Es gilt also, sich vorzubereiten und neue Geschäftsmodelle im Rahmen der Strategischen Planung ständig zu entwickeln. Doch wie geht man dabei taktisch vor?

McKinsey schlägt im Rahmen der Definition neuer Geschäftsmodelle vor, die gesamte Wertkette im Rahmen eines Reframing auf neue Wertschöpfungspotenziale hin zu untersuchen. Ich möchte diesen Ansatz darstellen und darüber hinaus gehen, bzw. das Konzept des Reframing im Kontext der von mir vorgestellten “Business-Evolution”-Strategie zu integrieren und weiter zu entwickeln. Denn wie bereits dargestellt, erlauben die durch das Internet dramatisch gesunkenen Transaktionskosten heutzutage die “Boundaries of the Firm” so zu verschieben, dass ganz neue Organisationsformen (Stichwort: Virtuelle Organisation) und vollkommen neue Geschäftsmodelle möglich werden.

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31 Aug

Strategisches Management: Neue Geschäftsmodelle im Zeitalter “Digitaler Transformation” und “Disruption”

Das Thema “Geschäftsmodelle” ist besonders im Kontext der aktuellen Diskussion um die “Digitale Transformation” und “Disruption” ein hochaktuelles Thema, mit dem ich mich beschäftigen möchte, nachdem ich mobil einen sehr interessanten McKinsey Insights-Beitrag gelesen habe. Denn gerade das Thema “Geschäftsmodelle” ruft nicht nur viele Fragen und starkes Interesse hervor, es hat auch zentrale Bedeutung für das Strategische Management.

Gerade in unseren heutigen globalen und sehr dynamischen Märkten spielt auch der Wandel des eigenen Geschäftsmodells und dessen Weiterentwicklung eine (überlebens-)wichtige Rolle. Man kann heutzutage nur durch Innovation nach vorne fliehen und muss dem Wettbewerb immer schon zwei bis drei Schritte voraus sein. Dazu braucht man einen Plan, wie man sein Geschäftsmodell sofort anpasst, wenn der Wettbewerb beginnt, die eigene Strategie und das Geschäftsmodell zu kopieren.

Mit einer derartigen Roadmap in der Schublade – ich nenne sie “Business-Evolution”-Strategie – bleibt man uneinholbar und immer an der Spitze. Fast wie beim Schach – nur ändern sich hier auch die Figuren (=Produkte & Services) und das Schachbrett (Rahmenbedingungen/Makroökonomie). Das macht Business‬ heute so komplex, aber auch spannend und intellektuell anspruchsvoll.

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22 Jun

Smartphones und Social Media: aktuelle Technologie- und Medien-Trends

Das Reuters Institute for the Study of Journalism der britischen Oxford Universität hat die umfangreiche Studie “Digital News Report 2015” vorgelegt. Was in Sachen Mediennutzungsverhalten schon in den vergangenen Jahren als Trend deutlich wurde, hat sich nun sogar noch beschleunigt. Der Nachrichtenkonsum verlagert sich zunehmend aufs Smartphone, Facebook wird immer wichtiger, die Digital-Werbung schwächelt und das Publikum will nicht zahlen. Insgesamt eine schwieriger, aber nicht aussichtslose Situation, denn es gibt auch einen Hoffnungsschimmer.

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10 Oct

Warum Steve Jobs kein Visionär (mehr) war

Steve Jobs, der Mitbegründer und ehemalige Konzernchef des Computerherstellers Apple, starb am Mittwoch, den 05.10.2011 im kalifornischen Palo Alto im Alter von nur 56 Jahren. In den Medien galt er als der größte Innovator seiner Zeit und Weltverbesserer, er hat laut Spiegel Online angeblich das Weltbild einer ganzen Generation geprägt. Doch Steve Jobs war an seinem Lebensende weder ein Visionär, noch ein Weltverbesserer.

Warum? Da sind zunächst mal 20 Jahre, zwei Dekaden, die vom Fenster- und Maussystem als User Interface geprägt sind. Eine XEROX Parc Erfindung, die Steve Jobs popularisiert und verbreitet hat. Ein Konzept, das heute noch jeder Mac verfolgt. 20 Jahre sind hier keinerlei Innovationen von Apple eingeführt worden. Wenn ich an die Developer CDs von vor ca. 10 Jahren (… und an meine erste SGI Webforce) denke, dann bin ich ziemlich ernüchtert und fast enttäuscht. Ich frage mich was aus Hotsauce (3 D Navigation), Quicktime VR Movies (3D Szenen mit bewegten Bildern) und der Handschrifterkennung eines Newton geworden ist.

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30 Sep

Zeitungs-Apps: Interesse und Zahlungsbereitschaft der User vorhanden

Mehr als 80 Prozent der Nutzer von Tablet-PCs sind an einem Kombiangebot von gedruckter Ausgabe und App der Zeitung interessiert. Zeitungs-Apps gehören für iPad-Nutzer zu den Favoriten unter den Apps: 52 Prozent  nutzen derartige Anwendungen täglich oder fast täglich. Und auch bei den zukünftigen Tablet-Besitzern stehen Zeitungs-Apps hoch im Kurs. 64 Prozent geben an, sich sehr für diese zu interessieren. Keine andere App-Kategorie erhält soviel Zuspruch. Weiteres Ergebnis der Untersuchung: Zeitungs-Apps werden eher als Ergänzung denn als Alternative zur gedruckten Zeitung gesehen (55 Prozent bestätigen diese Aussage).

Das ist ein Ergebnis einer Studie des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) in Kooperation mit dpa-infocom, einer Tochterfirma der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH. Die Untersuchung wird am 5. Oktober 2011 bei der Fachkonferenz „Zeitungen machen mobil – E-Publishing, Apps und mobiles Internet“ in Berlin vorgestellt. Für die Studie wurden auf den Websites der acht beteiligten Verlage 3.290 Personen im Verbreitungsgebiet befragt.

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19 Jul

Facebook-Werbung immer beliebter: Preise steigen um mehr als 74%

Facebook steigert seine Umsätze mit Online-Werbung immer stärker. Je stärker die Reichweite und die Nutzerzahlen des sozialen Netzwerks (aktuell 750 Millionen Nutzer) zunehmen, um so stärker steigen die Werbeeinnahmen. Durch die zunehmende Nachfrage nach Facebook-Werbung steigen auch die Werbepreise. Das belegen zwei aktuelle Studien.

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17 Mar

Smartphone Apps – welche Plattformen sollte man als Anbieter unterstützen?

Smartphone Apps liegen momentan voll im Trend – doch welche Plattformen soll man als Unternehmen unterstützen und zum Download anbieten? Entscheidend dafür ist zunächst die Zielgruppe und natürlich der aktuelle Marktanteil des jeweiligen Betriebssystems in der jeweiligen Region (und im Idealfall der Zielgruppe). Die aktuellen mobilen Marktanteile sind von Region zu Region (USA, Europa, etc.) dabei sehr unterschiedlich. Betrachtet man die USA als technologischen Vorreiter (mit 3-6 Monaten Vorsprung) sind jedoch die dort ermittelten Zahlen für eine Prognose auch für die Entscheidung als europäischer Anbieter einer App durchaus interessant.

Die globalen Marktanteile (siehe “Global Smartphone Share by OS, November 2010 (© Netbiscuits, 2011)”) zeigen eine deutliche Dominanz von Apples iOS, gefolgt von Android, Symbian, RIM/Blackberry, etc. Bildschirmfoto 2011-03-17 um 11.07.53

Betrachtet man nun die Region Westeuropa, so verändert sich die Rangfolge: es führt zwar immer noch Apple mit dem iOS, aber an 2. Stelle findet man Symbian, gefolgt von Android und RIM/Blackberry, etc.

Bildschirmfoto 2011-03-17 um 11.13.33

Sehr interessant ist die Analyse der Marktanteile in Deutschland: Hier ist die Dominanz von Apples iOS noch stärker ausgeprägt als in Westeuropa oder USA. Eine weitere Überraschung: Symbian ist stärker als Android vertreten, RIM liegt abgeschlagen noch hinter Windows Mobile und bada.

Bildschirmfoto 2011-03-17 um 11.17.37

Aktuell würde also die Entscheidung bei der Unterstützung von z.B. drei Plattformen Apple iOS, Symbian und Android lauten. Allerdings hat Nokia entschieden, Symbian nicht mehr weiterzuentwickeln, ein Symbian^4 wird es nicht geben.

Perspektivisch wird aufgrund der Marktanteilszuwächse in Deutschland vor allem Android weiter an Bedeutung gewinnen. Die Chancen, dass Android Symbians Platz einnimmt stehen nach dem Windows-Schwenk von Nokia nicht schlecht, da Symbian kaum noch Zuwächse realisieren werden kann. Ein Investment in eine umfangreiche Symbian-Entwicklung ist auf jeden Fall schon heute eine Sackgasse und nicht nachhaltig.

Eine interessante Studie hat comScore zur Gesamt-Situation in Deutschland vorgestellt: Smartphones machen inzwischen mehr als 23 Prozent aller Handy-Nutzer aus, und der Anteil steigt rapide – im vergangenen Jahr um rund 5,1 Millionen Konsumenten (plus 65 Prozent). Googles Android liegt zwar mit 10,6 Prozent “nur” auf Platz 4, beachtenswert ist aber der große Sprung von 1,4 Prozent Marktanteil in 2009 auf nunmehr 10,6 Prozent (plus 9,2 Prozentpunkte, was einer Steigerung um 657 Prozent entspricht!) im letzten Jahr.

Smartphone_OS_Anteile_in_DeutschlandBei begrenztem Budget und je nach OS-Verteilung in der Zielgruppe, kann es also mittelfristig eine Option sein, nur zwei Betriebssystem-Plattformen zu unterstützen: Apples iOS (mit dem Zusatznutzen auch auf dem iPad und iPod touch präsent zu sein) und Android – alle anderen Betriebssysteme sind z.B. auch durch eine mobile Website gut abdeckbar.

Festzuhalten ist aber, daß man vor einer derartigen Plattform-Entscheidung in Bezug auf seine Zielgruppe Marktforschung betreiben sollte, um die im konkreten Einzelfall vorliegende Verteilung der Marktanteile zu überprüfen. Hierbei kann je nach Zielgruppe (B2C oder B2B) eine Analyse anhand demographischer Daten oder Berufsgruppen sehr hilfreich sein.

02 Jul

Ist Apple noch auf dem richtigen Weg?

Braucht man ein iPad? Nachdem ich es erst einmal 3 Tage in der Ecke schmoren gelassen habe, muss ich sagen: Für couch potatoes ist es als Fernsehersatz OK, aber weit weg von dem, wo Apple mal hinwollte: Kreativität statt Konsum von Bezahlinhalten. Ich erinnere mich noch ganz gut an 1994 und meinen ersten Videoschnitt auf einer Quadra 840AV an der University of Michigan in Ann Arbor, die ersten Performas mit ihren Multimedia-Fähigkeiten und den irren Abstand zu PCs und die vielen kreativen Erlebnisse mit dem Mac.

Oder die ersten BeOS Präsentation, oder meine erste SGI Webforce (das Intro mit der Kamerafahrt um den jonglierenden Einstein, der von Picasso gemalt wird würde ich unheimlich gerne nochmal sehen), whow – das waren Maschinen … nicht zu vergleichen mit so etwas wie einem iPad, wofür es noch nicht mal Photoshop gibt … ja, aber vielleicht kommt ja (hoffentlich) nochmal irgendein junger Verrückter, der die ganze iPad und PC-Welt auf den Kopf stellt und uns wieder kreative Werkzeuge gibt.

And you will see why 1984, won’t be like “1984.”

29 May

Das Apple iPad: ein Blick in die Zukunft

Das iPad ist momentan in aller Munde und war am ersten Verkaufstag in Deutschland direkt ausverkauft. Eine tolle Resonanz also beim Kunden – der Verlage hoffen lässt, endlich auch etwas vom Paid Content-Kuchen abzubekommen. Die iStores von Apple boomen nämlich und Steve Jobs darf sich in Zukunft auf noch höhere Umsätze mit Musik und Büchern in digitaler Form freuen.

Apple hat inzwischen eine höheren Börsenwert als Microsoft und es wird noch einiges mehr an Innovationen aus dem Hause Apple kommen. Betrachtet man nämlich das iPad genauer, so sind drei Dinge vorstellbar, die für eine sehr starke Verbreitung des Geräts in Zukunft sprechen:

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12 Feb

iPhone Suche: Google zahlt Apple ca. 100 Mio. $ jährlich

Google zahlt Apple angeblich 100 Millionen Dollar jährlich als Teil eines RevShare Deals auf dem iPhone. Bei der mobilen Suche auf dem iPhone verdient Apple also kräftig mit. Google steht dabei neuerdings im Wettbewerb mit Microsofts Suchmaschine Bing – wobei anzunehmen ist, daß Microsoft ebenfalls mit dem Scheckbuch kräftig winkt.

Apple verdient also nicht nur stetig an den laufenden Umsätzen der Mobilfunkverträge von T-Mobile und anderen mit, sondern auch auf der Service- oder Applikationsebene, ganz zu schweigen vom AppStore, iTunes Music Store und dem iBookStore. Insgesamt ein schlechtes Geschäft für die Mobilfunkbetreiber.

P.S.: Welche Social Media-Möglichkeiten potenziell mit dem iPhone auftun, hat übrigens Johannes Kleske einmal dargestellt.