20 Mar

Industrie 4.0: Wem gehören eigentlich die Daten, das digitale Rohöl der Zukunft?

Datenhoheit, Datenschutz und Nutzungs- sowie Urheberrechte sind ein zentrales Industrie 4.0-Thema. Denn immer öfter stellt sich in der betrieblichen Praxis die Frage: Wem gehören eigentlich die Daten, das digitale Rohöl der Zukunft? Die Antwort ist auf jeden Fall komplex und nicht einfach zu beantworten, da ja meist ein (menschlicher) Urheber im Sinne des Urheberrechts schlichtweg fehlt. In der Smart Factory erfolgt die Optimierung der Produktionsabläufe aufgrund einer Vielzahl von Messdaten, die durch Sensoren an den Maschinen erfasst werden. Diese Messdaten in den Analyseprozess aufnehmen zu können und dadurch die Auswertung und Wertschöpfung zu verbessern, bedarf einer belastbaren Grundlage und die Beantwortung der Frage, wem diese Daten letztlich zuzuordnen sind.

Wir befinden uns also auf einmal knietief im Immaterialgüterrecht und um es vorweg zu nehmen: es bedarf gesonderter und sehr spezifischer Verträge, um die Situation der Urheberschaft, Zuweisung und Nutzung von Daten durch die verschiedenen Parteien zu klären. Und zwar bevor man ein Projekt startet. Dabei wird schon ein weiteres Problem deutlich: was tun, wenn man noch gar nicht weiß, welche Daten überhaupt generiert, genutzt und analysiert werden? Hier gilt es Vertragsinhalte möglichst flexibel und situationsspezifisch anpassbar zu halten.

Continue reading

15 Sep

Online-Werbemarkt in Deutschland wird 2010 um 19 Prozent auf über fünf Milliarden Euro wachsen

Der deutsche Online-Werbemarkt wird 2010 um 19 Prozent auf über fünf Milliarden Euro wachsen. Davon geht die neue Bruttoprognose des Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. aus, die um fünf Prozent angehoben wurde. Vor allem der Bereich der klassischen Online Display-Werbung wächst derzeit deutlich – hier sieht der OVK eine Bruttozunahme von 23 Prozent für 2010. Aber auch die Suchwortvermarktung und Affiliate legen in diesem Jahr weiter zu. Alle Zahlen zum Online-Werbemarkt in Deutschland und die aktuelle Prognose bietet der neue OVK Online-Report 2010/02 – ab sofort erhältlich unter www.bvdw.org sowie www.ovk.de.

Continue reading

26 May

ZAW-Markt-Analyse: alle Werbeträger verlieren, außer online

“Das ist eine Werberezession der neuen Dimension.” So kommentiert der Präsident des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft ZAW, Michael Kern, die jetzt in Berlin vorgestellte Markt-Analyse 2009/2010 seiner Branche. Die Investitionen in Werbung (Honorare/Gehälter, Kosten Werbemittelproduktion, Verbreitungskosten) schrumpften um 6 Prozent auf 28,84 Mrd €. Das entsprach einem Verlust von 1,83 Mrd € und einem Rückfall auf das monetäre Niveau des Jahres 2003.

Besonders dramatisch wirkte sich die scharfe Rezession auf die Netto-Einnahmen der Werbeträger aus. Ihr Anteil an den gesamten Werbeinvestitionen stürzte auf 18,37 Mrd € ab. Das war ein Minus von 9,8 Prozent oder 2 Mrd € – ökonomische Werte, wie sie in der deutschen Werbegeschichte bisher nicht bilanziert werden mussten.

Die Herausforderungen für den vielfältigen Wirtschaftszweig sind beträchtlich. Neben dem Aufbau erneuter Werbekonjunktur müssen strukturelle Veränderungen durch die Weiterentwicklung der technischen Kommunikationsmittel und ihrer Rückwirkung auf die traditionellen Medien ebenso bewältigt werden wie politische Eingriffe in die Markt-Kommunikation insbesondere der EU. Zunehmend bemerkbar macht sich gleichfalls der demografische Wandel mit wachsender Anzahl älterer Konsumenten und schrumpfender Einwohnerzahl durch Präferenzverschiebungen in der Lebensführung und Mediennutzung.

Der große Verlierer: die Tageszeitungen. Der große Gewinner: Online-Werbung.

Die Netto-Werbeerlöse der 351 in Deutschland erscheinenden Tageszeitungen – inklusive 10 überregionaler Blätter und 8 Straßenverkaufszeitungen – schrumpften um 679 Mio € auf 3 694 Mio €. Dabei zeigte sich, dass die Rückgänge kaum struktureller Art waren, sondern der Finanzkrise und der daraus resultierenden Wirtschaftsrezession anzulasten sind: Markenartikler verminderten um mehr als ein Fünftel oder stärker ihre Anzeigenschaltungen in allen drei Gruppen. Noch drastischer war der Schwund der Stellenofferten.

Continue reading