23 Nov

Wie man das Problem des Qualitätsjournalismus schon lange gelöst haben könnte

Zur aktuellen Qualitätsjournalismus-Debatte könnte man sehr viel schreiben (wie z.B. hier, hier und hier). Von mir nur soviel: Es geht nicht darum, dass das Internet keine Qualität böte (mit diesem oft gehörten Vorwurf tut man vielen Unrecht). Aber es geht darum, dass die geringen Eintrittsbarrieren und die nach unten tendierende Content-Qualität bei stetig steigender Quantität an Botschaften zu einem riesigen Information Overload führt, den kein Mensch oder “User” mehr verarbeiten kann. Dabei könnte die Lösung so einfach sein – ich sage: Gebt mir einen QUALITÄTSFILTER (nein, nicht eine Suchmaschine wie Google, bei der jeder SEO einem für x Euro den 1. Platz beschafft) und ich bin glücklich.

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07 Nov

Künftige Entwicklungen im Suchmaschinenmarketing: Social, Local und Mobile mit stärkstem Bedeutungszuwachs

Social, Local und Mobile zählen zu den vielversprechenden Geschäftsbereichen im Suchmaschinenmarketing (SEM). Neben diesen Suchumfeldern soll die klassische Suche nach Produkten, Bildern und Videos auch weiterhin eine hohe Bedeutung besitzen. Dies bestätigt der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. durch die aktuellen Expertenbefragung „Trend in Prozent“ für die Unit Search im BVDW. Demnach befürwortet die Mehrheit der Umfrageteilnehmer, dass Unternehmen durch Spezial-Agenturen bei Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Suchwortvermarktung (SEA) betreut werden sollen.

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31 Oct

Deutsche Unternehmen setzen immer stärker auf Social Media

Mit fast 85 Prozent setzt eine große Mehrheit der deutschen Unternehmen auf Social Media. Damit steigt die Nutzung um 17 Prozent im Vorjahresvergleich. Das berichtet die Fachgruppe Social Media im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. anhand einer aktuellen Befragung unter 140 werbungtreibenden Unternehmen.

Laut der Studie geben mehr als sechs von zehn der befragten Unternehmen an, dass sich ihre bisherigen Social-Media-Aktivitäten gelohnt haben. Zu den wichtigsten Einsatzgebieten zählen Profile in sozialen Netzwerken wie Facebook, Präsenzen bei Twitter oder YouTube und ein eigenes Corporate Blog.

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31 Mar

Facebook: Verweildauer stagniert, aber Werbeumsatz fast verdoppelt

Die Verweildauer auf Facebook ist, gemessen als Anteil an der gesamten Online-Zeit der Internetnutzer, in den Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr nicht mehr gewachsen. Seit August 2011 stagniert sie auch in Deutschland. Das berichtet das Nachrichtenmagazin “Focus” in seiner aktuellen Ausgabe unter Berufung auf Berechnungen des Marktforschungsunternehmens Comscore.

Dieser Anteil an der gesamten Online-Zeit der Internetnutzer liege im Durchschnitt der 20 größten Facebook-Länder bei rund 20 Prozent. In den USA habe sich die Verweildauer im vergangenen Jahr zwischen 14 und 15 Prozent eingependelt. In Deutschland sei dieser Anteil bis zum vergangenen Sommer noch rasant gestiegen, liege seit August aber relativ konstant bei rund 16 Prozent der gesamten Internet-Minuten der Nutzer. Das Wachstum von Facebook komme im Moment weitgehend aus Schwellenländern wie Indonesien und Brasilien.

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02 Mar

Facebook verdrängt zunehmend Google: Facebook als Trafficbringer immer wichtiger

Die virtuelle Welt der Sozialen Netzwerke wird für ihre Nutzer nicht nur immer wichtiger, sondern auch übersichtlicher. Zwei von drei Usern steuern die Startseite ihres bevorzugten Sozialen Netzwerks mittlerweile häufiger an als die Google-Homepage, wie aus einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hervorgeht. Dabei handelt es sich bei dem bevorzugten Sozialen Netzwerk in den weitaus meisten Fällen um Facebook oder – für professionelle Kontakte – Xing, während Youtube den Bereich der Videoplattformen dominiert.

“Soziale Netzwerke fungieren mittlerweile häufig als ‘Stellwerk’ für den Internet-Traffic. Aus diesem Grund gewinnt die strategische Auseinandersetzung mit Social Media für Unternehmen, Medienhäuser und Werbetreibende immer mehr an Bedeutung”, sagt Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC.

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08 Sep

Facebook: 1,6 Milliarden US-Dollar Umsatz, 500 Millionen Dollar Gewinn

Facebook hat nach seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2011 auf 1,6 Milliarden Dollar verdoppelt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Dabei habe das Unternehmen einen Gewinn von fast 500 Millionen Dollar erzielt. Facebook ist dabei auf dem besten Weg, ähnlich profitabel wie der Internet-Gigant Google zu werden.

Unklar bleibt Reuters zufolge, welchen Anteil die Werbeeinnahmen am diesjährigen Umsatz hatten. Dieser dürfte jedoch beträchtlich sein: Laut dem Unternehmen Efficient Frontier, das Werbekunden auf Facebook betreut, stiegen die Preise für Anzeigen auf der Plattform zwischen dem 4. Quartal 2010 und dem 2. Quartal 2011 um 62 Prozent. Und das Marktforschungsunternehmen Comscore rechnete vor, dass Facebook in den USA inzwischen gut ein Drittel aller Klicks auf Werbeanzeigen auf sich vereinigt.

Viele Branchenexperten und Analysten erwarten für 2012 einen IPO des Unternehmens, das derzeit mit rund 80 Milliarden Dollar bewertet wird. In diesem Fall müsste Facebook seine Bilanzen regelmäßig der Öffentlichkeit zugänglich machen.

19 Jul

Microsofts geheimes Social Media-Projekt Tulalip: Konkurrenz für Facebook und Google+?

Microsoft arbeitet fieberhaft an einem Social Media-Projekt mit dem Namen “Tulalip”, das vorübergehend auf der Domain socl.com abrufbar war. Aktuell findet sich auf der Website folgender Hinweis:

socl.com is an internal design project from a team in Microsoft Research which was mistakenly published to the web.

We didn’t mean to, honest.

Ein eilig aufgenommener Screenshot zeigt einige der Funktionen des neuen Dienstes – und die Verwandschaft mit Windows Mobile 7:

The Tululip splash screen gave me one other important clue to Microsoft’s intentions; it features a graphic displaying ‘social tiles’ that look very similar to the tiles interface from Windows mobile 7 operating system.

Could Microsoft be planning to combine a search engine, operating system and social media networking platform on the Windows 8 desktop? I believe it would make perfect sense, and their grip on OEM manufacturers would facilitate the approach.

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19 Jul

Facebook-Werbung immer beliebter: Preise steigen um mehr als 74%

Facebook steigert seine Umsätze mit Online-Werbung immer stärker. Je stärker die Reichweite und die Nutzerzahlen des sozialen Netzwerks (aktuell 750 Millionen Nutzer) zunehmen, um so stärker steigen die Werbeeinnahmen. Durch die zunehmende Nachfrage nach Facebook-Werbung steigen auch die Werbepreise. Das belegen zwei aktuelle Studien.

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05 Jan

Potenziale für Verbesserungen

Ich halte es für eine der weit verbreiteten Mythen, daß die Technologien, die wir aktuell nutzen, State-of-the-art-Technologien und damit optimal oder die besten sind. Es bestehen unglaubliche Potenziale für Verbesserungen. Durch die Dominanz der bestehenden Anwendungen wird uns darauf aber fast vollkommen die Sicht versperrt.

Wichtig ist dabei meines Erachtens vorwegzuschicken, daß Computerprogramme als Meme ein bestimmtes Verhalten vorschreiben und keine Alternativen zulassen – bestes Beispiel: Google. Michael Michaelis beschreibt das so:

“In kurzer Zeit steht ein Unternehmen im Zentrum des Interesses, welches letztlich auf einem einzigen Algorithmus[1] basiert: auf einer einzigen Idee, einer einzigen in Programmform gegossenen Formel, die alle Dokumente der Welt bewertet und zugänglich macht.”

Computerprogramme und Webanwendungen geben zwar Freiheit in der Nutzung, schränken diese aber immanent durch ihr spezifisches Design ein. Sie sind tendenziell eindimensional (bestes Beispiel: der Facebook “Like”-Button) und schaffen Gewohnheiten, die es den Menschen erschweren, sich zu verändern. Wer einmal von Windows auf Mac (oder umgekehrt) gewechsel hat, weiß, wovon ich spreche.

Man nennt das Lock-in-Effekte, die wiederum auf Netzwerkexternalitäten beruhen. Netzwerkeffekte nutzt mit seinem “Like”-Button, um schnellstmöglich sich überall zu vernetzen und einen de-facto-Standard für soziale Netzwerke zu etablieren. Links spielen dabei eine große Rolle. Je mehr Links auf eine Adresse zeigen, um so wichtiger wird sie. Das ist das Funktionsprinzip von Google.

Verlinkte Inhalte gewinnen dabei an Bedeutung – unabhängig davon, ob sie wirklich wichtig oder sinnvoll sind. Ihr Kontext ist die Relevanz – die nur über Links definiert wird. Jeder SEOler weiß, wie einfach dieses Kriterium und andere Relevanzkriterien (wie z.B. der Quality Score) zu manipulieren sind. Betrachtet man alternative Hypertext-Konzepte wie z.B. Ted Nelsons Transliterature-Konzept wird deutlich wie ungenügend der Ansatz des vielzitierten “Vaters des Webs” Tim Berners-Lee in Wirklichkeit ist. Solange Dokumente und Links keine Historie und die Herkunft der Quellen aufzeigen, wird Content-Diebstahl bzw. “Sharing” oder Content-Leihe schon aus ökonomischen Gründen die Regel sein.

Man stelle sich vor, wenn sich Ted Nelsons humanistisches Design und ein Millicent-Protokoll durchgesetzt hätten. Eine Vielfalt an Inhalten – gerade im so gerne sharenden Web 2.0 – wäre die Folge gewesen, alle Autoren würden angemessen vergütet und die ganze Diskussion über Qualitätsjournalismus im Web hätte sich erübrigt. Man könnte aufgrund der heutigen Sharing-Funktionen wahrscheinlich davon ausgehen, daß eine Phase des Wohlstands unter Autoren ausgebrochen wäre, die bisher nie dagewesen ist.

Leider lief die Entwicklung aber anders. Und aufgrund der Netzwerkeffekte entstehen Pfadabhängigkeiten, die es unmöglich machen das Rad der Geschichte zurückzudrehen. So schafften die Nerds einen neuen Historischen Materialismus den heute leider weder Ochs noch Esel, bzw. Maus oder User aufhalten können.

So zentrale Instanzen wie die Algos der Suchmaschinen bleiben so undiskutiert und ihre Suchalgorithmen geheime Verschlußsache. Statt sie offen zu legen, darüber zu diskutieren und dem besseren zum Erfolg zu verhelfen leiden viele User unbewußt an deren Folgen. Unbewußt oder nichtwissend deswegen, weil sie keine Alternativen kennen. Diese “haben sich ja nicht durchgesetzt”, was damit gleichgesetzt wird, daß diese falsch sein müssen.

Weit gefehlt: wer die Entstehung von Standards in Netzwerken und auch der Evolution (ich erwähne hier nur das Rad des Pfaus) kennt, der weiß, daß es nur darauf ankommt als first mover möglichst schnell eine kritische Masse aufzubauen und dann zu wachsen – fertig ist der de-facto-Standard und/oder das natürliche Monopol. Es ist solange nicht angreifbar, wie kein anderer Riese (oder Tyrann) kommt, der den Altvorderen absetzt.

Eine an sich grausame Welt. Wenn Informatiker wüßten, welche Kreaturen sie da schaffen und diese vom Ergebnis her beurteilen würden, dann würden sie sicher öfters die Lust an ihrem Job verlieren. Doch der Informatik fehlt einfach oft die Philosophie. Dabei ist die Informatik heute ein so zentrales Moment der Wissensgesellschaft.

Softwareprogramme, ihr Design und ihre Auswirkungen frei zu diskutieren, sie überhaupt verbessern und optimierbar zu machen, ja das wäre das Gebot der Stunde. Doch ich fürchte dass wir davon sehr weit weg sind und uns immer weiter davon weg entfernen. Facebook ist 50 Milliarden wert und eine illustre Liste von Investoren wartet nur auf Traumrenditen. Keine guten Voraussetzungen derartige Systeme zu öffnen oder zu verändern bzw. in konkreten Problembereichen wie z.B. Datenschutz zu verbessern.

Jaron Lanier betont immer wieder: “Du bist kein Gadget”. Der Mensch ist kein Spielzeug. Er denkt er macht sich die Welt mittels Software zum Untertan, dabei ist es umgekehrt. Das zu erkennen finde ich sehr wichtig, denn nur so können wir die Potenziale für Verbesserungen heben. Jetzt und in Zukunft.

24 Nov

Frankreich, die Google-Steuer und Googles Steuersparmodell (Irland, Niederlande, Bermuda)

Frankreich sucht schon seit längerem nach Wegen, Google zu besteuern. Das Argument: Google nutzt die Inhalte französischer Verlage und Autoren, um Milliardengewinne zu erzielen, ohne dafür entsprechend zu bezahlen. Doch damit soll nun Schluß sein. Ein vom Senat beschlossener Gesetzentwurf sieht einen Satz von einem Prozent auf den Nettobetrag vor, wie die Wochenzeitung Die Zeit online berichtet. Der Entwurf muss nun einen Vermittlungsausschuss der beiden Parlamentskammern passieren. Es gilt als unwahrscheinlich, dass er noch gekippt wird. Frankreich ist damit das erste europäische Land, in dem Internetwerbung besteuert werden soll.

Doch wenn man sich diese neue Steuer ansieht, dann muss man schnell feststellen, dass die Google-Steuer, keine Google-Steuer ist. Denn zuallererst bleibt festzustellen, dass die Steuer nicht von Google oder den anderen Onlineplattformen gezahlt wird, sondern von den Werbetreibenden. Ab 2011 sollen Unternehmen, die ihren Sitz in Frankreich haben, auf ihre Online-Werbeausgaben die Sonderabgabe zahlen – Google ist also gar nicht betroffen und wird nach wie vor sein Geschäftsmodell verfolgen. Letztendlich sind die Leidtragenden dieser Steuer die Konsumenten, die sie – zumindestens theoretisch – über höhere Preise der Produzenten finanzieren.

Die Idee einer Abgabe für Suchmaschinen stammt übrigens von der Sacem, dem französischen Gegenstück zur GEMA. “Diese Unternehmen werden dort besteuert, wo sie ihren Sitz haben. Dabei schöpfen sie einen Teil unseres Werbemarktes ab”, zitiert ihn Spiegel Online. Sarkozy forderte die EU-Kommission zudem auf, die Dominanz des US-Konzerns auf dem Online-Werbemarkt zu untersuchen. Die Wettbewerbshüter lehnten dies aber bisher ab.

Die eigentlich interessante Frage ist aber, wieviel Steuern Google überhaupt (und wenn ja, wo) bezahlt – dabei stößt man auf interessante Fakten:

Google Inc. cut its taxes by $3.1 billion in the last three years using a technique that moves most of its foreign profits through Ireland and the Netherlands to Bermuda. Google’s income shifting — involving strategies known to lawyers as the “Double Irish” and the “Dutch Sandwich” — helped reduce its overseas tax rate to 2.4 percent, the lowest of the top five U.S. technology companies by market capitalization, according to regulatory filings in six countries.

Google nutzt also u.a. das jüngst durch die Finanz- und Euro-Krise bekannt gewordene Irland, um die Steuerbelastung so gering wie möglich zu halten. Eine bemerkenswerte, interaktive Infografik erklärt Googles Steuersparmodell. Kein Wunder, dass der öffentliche Haushalt in Kalifornien pleite ist und auch Irland wohl demnächst deutsche Steuerzahler anpumpen muss, um zu überleben. Von den dort ansässigen Unternehmen wie z.B. Google sind keine Zahlungen zu erwarten – eigentlich ein untragbarer Zustand, da Steuern für die Finanzierung eines funktionsfähigen Gemeinwesens und einer entsprechenden Infrastruktur unabdingbar sind.

Facebook plant bereits ein ähnliches Modell.

Alleine den US entgehen dadurch derartige Praktiken ca. 60 Milliarden Einnahmen jährlich. Google selbst sieht sich dabei zunehmender Kritik ausgesetzt, denn Google und sogar einer der Gründer persönlich profitierte von öffentlicher Förderung:

The U.S. National Science Foundation funded the mid-1990s research at Stanford University that helped lead to Google’s creation. Taxpayers also paid for a scholarship for the company’s cofounder, Sergey Brin, while he worked on that research. Google now has a stock market value of $194.2 billion.

“Do no evil” – so lautete einst Googles Motto, aber wer sich so aus der Verantwortung zieht, kann wohl kaum als geachtetes Mitglied der Gesellschaft gelten.