18 Nov

Hubert Burda zu Google Adwords/Adsense: "Wir waren beknackt und bescheuert, wir haben davon nichts verstanden."

Hubert Burdas späte Erkenntnis zu Googles Adwords/Adsense-System liest sich drastisch: “Wir waren beknackt und bescheuert, wir haben davon nichts verstanden.” Als Grundfehler bezeichnete es der Verleger im Online-Magazin MEEDIA, dass die Printhäuser sich auf das Währungsmodell von Google eingelassen haben. Und ich füge hinzu: und jahrelang nichts von Google gelernt haben.

Auch heute ist Burda leider nicht weiter. Denn der Ruf nach dem Staat und der Politik, in Form eines Leistungsschutzrecht die Machtverhältnisse rund um das Commodity “News” zu ändern, wird Google wahrscheinlich sehr wenig interessieren. Stattdessen überlegt man sich lieber im fernen Kalifornien kein Geld mehr für ein DLD-Sponsoring in die Hand zu nehmen und so den Liebesentzug zu verdeutlichen.

Continue reading

08 Jul

Was tun mit Google?

Google ist inzwischen einer der wichtigsten privaten Infrastrukturanbieter in unserer Wissensgesellschaft. Googles Suchmaschine ist mit seinem überragenden Marktanteil der zentrale Startpunkt für viele Internetnutzer und deren Suche nach Information. Google stellt mit seinem für den Nutzer kostenlosen Suchservice den Zugang zu Informationen sicher, die in vielen Fällen vielleicht nie gefunden worden wären und lebt von den Werbeeinnahmen aus Werbeanzeigen, die passend zu den Suchbegriffen geschaltet werden können. Google bedient sich dabei eines äußerst cleveren Auktionsverfahrens.

Die Verbindung von Informationssuche und Werbemonetarisierung und die Monopolstellung von Google sind die Ursache heftiger Debatten, die unter anderem nun die EU-Kommission auf den Plan gerufen haben. Internet-Firmen aus Frankreich und Großbritannien werfen dem Suchmaschinen-Konzern z.B. vor, sie beim Ranking zu benachteiligen. Sollte sich dieser Vorwurf als wahr erweisen und Google u.a. eigene Dienste bevorzugt angezeigt haben in den Suchergebnissen, so wäre dies ein potenzieller Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht.

Die Kernfrage lautet: Was tun mit Google? Dabei ist zunächst mal zu betrachten, was potenziell möglich wäre. Das ist zunächst der Vorwurf der Manipulation der Suchergebnisse. Dieser Vorwurf ist sehr ernst zu nehmen und ruft nach staatlicher Kontrolle durch die entsprechenden Wettbewerbsbehörden. Dazu kommt die marktbeherrschende Stellung, die v.a. den Markt für kontext-sensitive Textanzeigen betrifft. Da sich kein ernstzunehmender Mitbewerber bisher etablieren konnte, wird Google in dieser Hinsicht weiter unangefochten den Markt beherrschen.

Continue reading