21 Jul

Zenith Optimedia: Onlinewerbung im Jahr 2012 weltweit bei rund 83 Mrd. Dollar Umsatz

“Wir erleben eine deutliche Verschiebung der Budgets von Print zu Online”, sagte Nicole Prüsse, Deutschlandchefin von Zenith Optimedia der FTD. Während die klassischen Medien, allen voran Print und Fernsehen, in der Wirtschaftskrise deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen mussten, verzeichnete Onlinewerbung weiterhin Wachstum. Deutlich vorn liegen dabei aber die Wachstumsraten für Onlinewerbung, hierzulande etwa bei 14 Prozent – während deutsche Zeitungen und Zeitschriften zwischen 1,6 und 3,2 Prozent verlieren. Für 2010 schätzt die Agentur den globalen Onlinewerbeumsatz noch auf gut 61 Mrd. Dollar. Um bis 2012 das prognostizierte Volumen zu erreichen, müssen sie also pro Jahr deutlich zweistellig zulegen. Dabei profitiere das Medium vor allem von der stetig wachsenden Zahl von Angeboten im Netz. “Der Onlinemarkt wächst nicht immer schneller, sondern wird bei gleichbleibendem Tempo immer breiter”, so Prüsse.

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26 May

ZAW-Markt-Analyse: alle Werbeträger verlieren, außer online

“Das ist eine Werberezession der neuen Dimension.” So kommentiert der Präsident des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft ZAW, Michael Kern, die jetzt in Berlin vorgestellte Markt-Analyse 2009/2010 seiner Branche. Die Investitionen in Werbung (Honorare/Gehälter, Kosten Werbemittelproduktion, Verbreitungskosten) schrumpften um 6 Prozent auf 28,84 Mrd €. Das entsprach einem Verlust von 1,83 Mrd € und einem Rückfall auf das monetäre Niveau des Jahres 2003.

Besonders dramatisch wirkte sich die scharfe Rezession auf die Netto-Einnahmen der Werbeträger aus. Ihr Anteil an den gesamten Werbeinvestitionen stürzte auf 18,37 Mrd € ab. Das war ein Minus von 9,8 Prozent oder 2 Mrd € – ökonomische Werte, wie sie in der deutschen Werbegeschichte bisher nicht bilanziert werden mussten.

Die Herausforderungen für den vielfältigen Wirtschaftszweig sind beträchtlich. Neben dem Aufbau erneuter Werbekonjunktur müssen strukturelle Veränderungen durch die Weiterentwicklung der technischen Kommunikationsmittel und ihrer Rückwirkung auf die traditionellen Medien ebenso bewältigt werden wie politische Eingriffe in die Markt-Kommunikation insbesondere der EU. Zunehmend bemerkbar macht sich gleichfalls der demografische Wandel mit wachsender Anzahl älterer Konsumenten und schrumpfender Einwohnerzahl durch Präferenzverschiebungen in der Lebensführung und Mediennutzung.

Der große Verlierer: die Tageszeitungen. Der große Gewinner: Online-Werbung.

Die Netto-Werbeerlöse der 351 in Deutschland erscheinenden Tageszeitungen – inklusive 10 überregionaler Blätter und 8 Straßenverkaufszeitungen – schrumpften um 679 Mio € auf 3 694 Mio €. Dabei zeigte sich, dass die Rückgänge kaum struktureller Art waren, sondern der Finanzkrise und der daraus resultierenden Wirtschaftsrezession anzulasten sind: Markenartikler verminderten um mehr als ein Fünftel oder stärker ihre Anzeigenschaltungen in allen drei Gruppen. Noch drastischer war der Schwund der Stellenofferten.

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12 Feb

Facebook eröffnet Büro in Hamburg: weiteres Wachstum der Werbeumsätze und Nutzerzahlen angestrebt

Facebook ist mit mehr als 400 Millionen Mitgliedern das weltgrößte soziale Netzwerk und seit sieben Quartalen profitabel. Der geschätzte Jahresumsatz: eine Milliarde Dollar. Doch an einen Börsengang denkt trotz entsprechender Vorbereitungen (Einführung einer Zwei-Klassen-Aktienstruktur wie bei Google) derzeit nach Angaben von Sheryl Sandberg, die bei Facebook für das Tagesgeschäft verantwortlich ist, niemand.

Die aktuellen Ziele: Nutzerzahlen weiter erhöhen und Werbeumsätze steigern. Solange sich das Wachstum aus dem Cashflow finanzieren lässt, ist das für die Eigentümer die ideale Lösung, v.a. da kein ernstzunehmender Mitbewerber in Sicht ist.

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29 Jan

Onlinewerbung: Zuwachs um 10 Prozent in 2009

Die Ausgaben für Online-Werbung sind in Deutschland im Jahr 2009 ordentlich gestiegen, während der klassische Werbemarkt (Offline) einen deutlich Einbruch hinnehmen muß. Nach Untersuchungen der Marktforscher von Nielsen zufolge wuchsen die (Brutto-)Ausgaben im gerade abgelaufenen Jahr 2009 um rund 10 Prozent auf über 1,6 Mrd Euro – interessanterweise ist dies insbesondere der Onlinewerbeschaltungen von Internet-Unternehmen zu verdanken.

Die hierzulande werbestärkste Branche im Online-Werbemarkt im Jahr 2009 war laut den Nielsen-Medienforschern der Sektor “Online-Dienstleistungen” mit einem Bruttowerbevolumen von 234 Millionen Euro, vor der “Unternehmenswerbung” mit 136 Millionen Euro und dem E-Commerce-Bereich mit 132 Millionen Euro.

Entgegen der Entwicklung im Internet waren die Werbeaufwendungen in den klassischen Medien bei einem Volumen von 20,84 Milliarden Euro rückläufig.

27 Jan

AdAudience: Allianz gegen Google geht an den Start

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz gaben die Vermarktungshäuser G+J Electronic Media Sales (EMS), IP Deutschland, SevenOne Media und TOMORROW FOCUS die Gründung der AdAudience GmbH bekannt. Am 22. Januar 2010 war das Joint Venture der vier Vermarkter von der EU-Kommission genehmigt worden:

Angesichts der geringen Marktanteile der Unternehmen in der Online-Werbung und der Präsenz starker Wettbewerber wie Google gebe es keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken. Unwahrscheinlich sei auch, dass “das Joint Venture für die Zwecke einer wettbewerbswidrigen Abstimmung zwischen den Muttergesellschaften instrumentalisiert werden” könne.

Die vier Unternehmen sind jeweils zu gleichen Teilen an der GmbH mit Sitz in Düsseldorf beteiligt. Frank Herold, bisher Direktor Sales im Bereich Interactive der IP Deutschland, wird Geschäftsführer von AdAudience. In den kommenden Monaten wird er ein schlagkräftiges Vermarktungsteam aufbauen.

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18 Jan

Googles Suchalgorithmus angeblich nicht neutral: Verleger legen Kartellamts-Beschwerde gegen Google ein

Die deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenverleger gehen beim Bundeskartellamt gegen Google vor. Der Vorwurf: Googles Suchalgorithmus sei nicht neutral und bevorzuge z.B. eigene Inhalte des Suchmaschinenkonzerns. Doch es geht auch um Erträge aus der Suchmaschinenvermarktung: dem Vernehmen nach kritisieren die Verlegerverbände, dass Google für die Anzeige der Suchtreffer, der sogenannten “Snippets”, den Verlagen nichts bezahlt.

Google als Parasit? Dem ist nicht so, denn Google sorgt ja nicht nur für enormen Traffic auf vielen Seiten, sondern zahlt auch aus:

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hatte von Google im Internet eine faire Suche und Beteiligung gefordert. “Wir wollen wissen, wie gelistet wird und warum welches Angebot oben in der Ergebnisliste steht, und wir wollen an den Werbeeinnahmen, die mit unseren aufwendig hergestellten Qualitätsinhalten generiert werden, beteiligt werden”, hatte ein BDZV-Referent Ende November 2009 in einem dpa-Gespräch gesagt. Google verdiene über Werbung, die bei einer normalen Suche neben den Ergebnissen platziert wird, in Deutschland rund 1,2 Milliarden Euro jährlich. Google-Sprecher Oberbeck wies darauf hin, dass der US-Internetkonzern 2009 weltweit 4,2 Milliarden Euro an Verleger gezahlt habe.

Ein bitterer Beigeschmack bleibt aber: denn solange der Suchalgorithmus “closed source” ist, wird niemals jemand erfahren wie die Suchtrefferlisten bzw. SERPs erstellt werden. Desweiteren ist das Auktionsverfahren mit all seinen Parametern wie z.B. dem vieldiskutierten Quality Score ein Buch mit sieben Siegeln. Google hat hier die Macht die beim Kunden erzielbaren Höchstpreise voll auszuschöpfen und so seine Gewinne zu maximieren.

Dabei gibt Google nur einen sehr geringen Anteil seiner Umsätze an seine Content Partner ab. Man braucht nur in die entsprechenden SEC Statements zu sehen und sich den Posten TAC (Traffic Acquisition Costs) anzusehen. Geschätzte 30% gibt Google dafür aus – 70% behält das Unternehmen. Daher kommt auch die hohe Operating Marge von über 30%.

Zahlen von denen Verleger oft nur träumen können und die zeigen, welche Motivationen natürlich im Hintergrund immer mit in die Analyse einbezogen werden müssen. Eines ist sicherlich klar: Google wird in Zukunft nicht mehr so weitermachen können wie in der Vergangenheit und wenn das Unternehmen Pech hat, blüht ihm eine 2. Karriere Microsoft.

Noch ist es allerdings noch nicht so weit, aber man darf gespannt sein, welche Stellungnahmen des Bundeskartellamts nun folgt und ob ein förmliches Verfahren gegen Google eingeleitet wird.