20 Mar

Industrie 4.0: Wem gehören eigentlich die Daten, das digitale Rohöl der Zukunft?

Datenhoheit, Datenschutz und Nutzungs- sowie Urheberrechte sind ein zentrales Industrie 4.0-Thema. Denn immer öfter stellt sich in der betrieblichen Praxis die Frage: Wem gehören eigentlich die Daten, das digitale Rohöl der Zukunft? Die Antwort ist auf jeden Fall komplex und nicht einfach zu beantworten, da ja meist ein (menschlicher) Urheber im Sinne des Urheberrechts schlichtweg fehlt. In der Smart Factory erfolgt die Optimierung der Produktionsabläufe aufgrund einer Vielzahl von Messdaten, die durch Sensoren an den Maschinen erfasst werden. Diese Messdaten in den Analyseprozess aufnehmen zu können und dadurch die Auswertung und Wertschöpfung zu verbessern, bedarf einer belastbaren Grundlage und die Beantwortung der Frage, wem diese Daten letztlich zuzuordnen sind.

Wir befinden uns also auf einmal knietief im Immaterialgüterrecht und um es vorweg zu nehmen: es bedarf gesonderter und sehr spezifischer Verträge, um die Situation der Urheberschaft, Zuweisung und Nutzung von Daten durch die verschiedenen Parteien zu klären. Und zwar bevor man ein Projekt startet. Dabei wird schon ein weiteres Problem deutlich: was tun, wenn man noch gar nicht weiß, welche Daten überhaupt generiert, genutzt und analysiert werden? Hier gilt es Vertragsinhalte möglichst flexibel und situationsspezifisch anpassbar zu halten.

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13 Mar

Industrie 4.0: Die größten Herausforderungen der Umsetzung in der Praxis

Industrie 4.0 – das mag auf den ersten Blick ein zunächst recht einfach zu handhabendes Vernetzungs- und Optimierungsthema sein. Doch die Notwendigkeit, schnellstmöglich einen vielseitigen Änderungsprozess anzustoßen und erfolgreich umzusetzen, bringt viele unerwartete Herausforderungen mit sich. Der Weg zu Industrie 4.0 erfordert von den betroffenen Unternehmen eine umfassende digitale Transformation (-> Kritische Erfolgsfaktoren der digitalen Transformation) und die Bereitschaft, sich in ganz neue Sphären zu wagen.

Ein Industrie 4.0-Konzept umfasst zwingend automatisierte Steuerungsmechanismen für Produktion und Logistik auf Basis von intelligenter Datenaufnahme, -speicherung und -verteilung durch Maschinen und Menschen in Echtzeit im Rahmen der industriellen Kernprozesse. Dadurch wird es möglich, die Produktionsprozesse noch enger als bisher mit Partnern entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, kleinere Losgrößen kostendeckend zu fertigen und insgesamt schneller auf Kundenanforderungen zu reagieren. Zusätzlich wird durch die interdisziplinäre Vernetzung der Produktdaten die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten im Produktlebenszyklus wie Entwicklung, Einkauf, Produktion, Logistik und Vertrieb optimiert. Dabei ist der Weg zu Industrie 4.0 eine spannende Lernreise, deren Stolpersteine man aber kennen sollte, um sich optimal vorzubereiten und den Weg unbeschadet zu bestehen.

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