10 Oct

Warum Steve Jobs kein Visionär (mehr) war

Steve Jobs, der Mitbegründer und ehemalige Konzernchef des Computerherstellers Apple, starb am Mittwoch, den 05.10.2011 im kalifornischen Palo Alto im Alter von nur 56 Jahren. In den Medien galt er als der größte Innovator seiner Zeit und Weltverbesserer, er hat laut Spiegel Online angeblich das Weltbild einer ganzen Generation geprägt. Doch Steve Jobs war an seinem Lebensende weder ein Visionär, noch ein Weltverbesserer.

Warum? Da sind zunächst mal 20 Jahre, zwei Dekaden, die vom Fenster- und Maussystem als User Interface geprägt sind. Eine XEROX Parc Erfindung, die Steve Jobs popularisiert und verbreitet hat. Ein Konzept, das heute noch jeder Mac verfolgt. 20 Jahre sind hier keinerlei Innovationen von Apple eingeführt worden. Wenn ich an die Developer CDs von vor ca. 10 Jahren (… und an meine erste SGI Webforce) denke, dann bin ich ziemlich ernüchtert und fast enttäuscht. Ich frage mich was aus Hotsauce (3 D Navigation), Quicktime VR Movies (3D Szenen mit bewegten Bildern) und der Handschrifterkennung eines Newton geworden ist.

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20 Jun

Warum es Zeit für eine neue Internet-Revolution ist

Die rasante Entwicklung des Internets in den vergangenen zehn Jahren und die Entstehung des Web 2.0 sind von einer ganzen Reihe von Charakteristika geprägt, die tiefgreifende Fragen aufwerfen. Fragen, die nicht nur volkswirtschaftliche, sondern vor allem politische Bedeutung haben. Leider wird die Debatte jedoch meist von Technikern und Informatikern und deren Visionen technischer Machbarkeit und technologischer Innovationen in der Öffentlichkeit bestimmt.

Ein Vortrag Jaron Lanier in San Francisco hat mich aber für das Spannungsfeld Technologie und Politik sensibilisiert, denn die derzeit als allgemein gegeben hingenommene Internetarchitektur bringt einige unverwünschte Effekte mit sich, die bisher zu oft nur beschrieben und zu wenig analysiert wurden. Denn die derzeit herrschenden technologischen und ökonomischen Grundlagen bevorzugen bestimmte Business-Modelle und verhindern die Realisierung eines “humanistischen Designs”, so wie es Ted Nelson z.B. mit seinem Konzept der Transliteratur (Projekt Xanadu) vertritt.

Gerade heute mit dem Aufkommen von 3D Interfaces und UI-Technologien (Erinnerst du dich noch an Tom Cruise in Minority Report?), wäre zumindestens hardwareseitig die Grundlage für eine vollkommen neue Strukturierung der Informationswelt in der wir leben, eine echte Herausforderung, der wir uns stellen und die wir als Chance für einen Aufbruch in ein kreativeres und gerechteres Informationszeitalter nutzen sollten.

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