23 Nov

Wie man das Problem des Qualitätsjournalismus schon lange gelöst haben könnte

Zur aktuellen Qualitätsjournalismus-Debatte könnte man sehr viel schreiben (wie z.B. hier, hier und hier). Von mir nur soviel: Es geht nicht darum, dass das Internet keine Qualität böte (mit diesem oft gehörten Vorwurf tut man vielen Unrecht). Aber es geht darum, dass die geringen Eintrittsbarrieren und die nach unten tendierende Content-Qualität bei stetig steigender Quantität an Botschaften zu einem riesigen Information Overload führt, den kein Mensch oder “User” mehr verarbeiten kann. Dabei könnte die Lösung so einfach sein – ich sage: Gebt mir einen QUALITÄTSFILTER (nein, nicht eine Suchmaschine wie Google, bei der jeder SEO einem für x Euro den 1. Platz beschafft) und ich bin glücklich.

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21 Jul

Zenith Optimedia: Onlinewerbung im Jahr 2012 weltweit bei rund 83 Mrd. Dollar Umsatz

“Wir erleben eine deutliche Verschiebung der Budgets von Print zu Online”, sagte Nicole Prüsse, Deutschlandchefin von Zenith Optimedia der FTD. Während die klassischen Medien, allen voran Print und Fernsehen, in der Wirtschaftskrise deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen mussten, verzeichnete Onlinewerbung weiterhin Wachstum. Deutlich vorn liegen dabei aber die Wachstumsraten für Onlinewerbung, hierzulande etwa bei 14 Prozent – während deutsche Zeitungen und Zeitschriften zwischen 1,6 und 3,2 Prozent verlieren. Für 2010 schätzt die Agentur den globalen Onlinewerbeumsatz noch auf gut 61 Mrd. Dollar. Um bis 2012 das prognostizierte Volumen zu erreichen, müssen sie also pro Jahr deutlich zweistellig zulegen. Dabei profitiere das Medium vor allem von der stetig wachsenden Zahl von Angeboten im Netz. “Der Onlinemarkt wächst nicht immer schneller, sondern wird bei gleichbleibendem Tempo immer breiter”, so Prüsse.

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08 Jul

Was tun mit Google?

Google ist inzwischen einer der wichtigsten privaten Infrastrukturanbieter in unserer Wissensgesellschaft. Googles Suchmaschine ist mit seinem überragenden Marktanteil der zentrale Startpunkt für viele Internetnutzer und deren Suche nach Information. Google stellt mit seinem für den Nutzer kostenlosen Suchservice den Zugang zu Informationen sicher, die in vielen Fällen vielleicht nie gefunden worden wären und lebt von den Werbeeinnahmen aus Werbeanzeigen, die passend zu den Suchbegriffen geschaltet werden können. Google bedient sich dabei eines äußerst cleveren Auktionsverfahrens.

Die Verbindung von Informationssuche und Werbemonetarisierung und die Monopolstellung von Google sind die Ursache heftiger Debatten, die unter anderem nun die EU-Kommission auf den Plan gerufen haben. Internet-Firmen aus Frankreich und Großbritannien werfen dem Suchmaschinen-Konzern z.B. vor, sie beim Ranking zu benachteiligen. Sollte sich dieser Vorwurf als wahr erweisen und Google u.a. eigene Dienste bevorzugt angezeigt haben in den Suchergebnissen, so wäre dies ein potenzieller Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht.

Die Kernfrage lautet: Was tun mit Google? Dabei ist zunächst mal zu betrachten, was potenziell möglich wäre. Das ist zunächst der Vorwurf der Manipulation der Suchergebnisse. Dieser Vorwurf ist sehr ernst zu nehmen und ruft nach staatlicher Kontrolle durch die entsprechenden Wettbewerbsbehörden. Dazu kommt die marktbeherrschende Stellung, die v.a. den Markt für kontext-sensitive Textanzeigen betrifft. Da sich kein ernstzunehmender Mitbewerber bisher etablieren konnte, wird Google in dieser Hinsicht weiter unangefochten den Markt beherrschen.

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12 Feb

iPhone Suche: Google zahlt Apple ca. 100 Mio. $ jährlich

Google zahlt Apple angeblich 100 Millionen Dollar jährlich als Teil eines RevShare Deals auf dem iPhone. Bei der mobilen Suche auf dem iPhone verdient Apple also kräftig mit. Google steht dabei neuerdings im Wettbewerb mit Microsofts Suchmaschine Bing – wobei anzunehmen ist, daß Microsoft ebenfalls mit dem Scheckbuch kräftig winkt.

Apple verdient also nicht nur stetig an den laufenden Umsätzen der Mobilfunkverträge von T-Mobile und anderen mit, sondern auch auf der Service- oder Applikationsebene, ganz zu schweigen vom AppStore, iTunes Music Store und dem iBookStore. Insgesamt ein schlechtes Geschäft für die Mobilfunkbetreiber.

P.S.: Welche Social Media-Möglichkeiten potenziell mit dem iPhone auftun, hat übrigens Johannes Kleske einmal dargestellt.